Leserbrief

«Rettungsringe» für die Seele

Urs Kindle,Binzastrasse 51, Mauren | 13. April 2017

Glaube

Gewisse von Gott der Menschheit übergebene Gebete sind unbezahlbar – nicht nur das Vaterunser. Gerade was nichts kostet, ist oftmals unendlich wertvoll.
Schwester Faustyna (1905–1938) wurde im Jahre 2000 heiliggesprochen. Sie war es, die von Jesus höchstpersönlich eindrückliche mystische Botschaften empfing – diese sind in ihrem berühmten Tagebuch festgehalten. Dabei ruft uns Jesus dazu auf, umzukehren und uns vertrauensvoll der göttlichen Barmherzigkeit zu öffnen, da sehr bald die göttliche Gerechtigkeit folgen werde.
In diesem Tagebuch der hl. Sr. Faustyna wird das gigantische Kreuz am Himmel erwähnt, das die «Seelenschau» ankündigen wird: «Noch bevor Ich [Jesus] als gerechter Richter kommen werde […] erscheint das Zeichen des Kreuzes am Himmel [!], und aus den Öffnungen, wo die durchbohrten Hände und Füsse des Erlösers waren, werden grosse Lichter fluten, die eine Zeitlang die Erde beleuchten.» (Kapitel Nr. 83–84)
Jesus übergab der hl. Sr. Faustyna unter anderem die Inhalte für eine gnadenreiche Novene (= Neun-Tage-Gebet). Diese wird «Novene zur göttlichen Barmherzigkeit» genannt und ist ebenfalls von der Kirche anerkannt.
Die genannte Novene (Lat. «novem» = Dt. «neun») besteht aus unterschiedlichen Gebeten, die man also an neun aufeinanderfolgenden Tagen verrichtet. Pro Tag muss man hierfür mit einem Gebetsaufwand von ca. 15 Minuten rechnen. Die Novene kann man persönlich oder in Gruppen (wie etwa in Eschen gehandhabt – siehe offizielles Kirchenblatt «In Christo») beten.
Mit dem ersten Gebet dieser Novene beginnt man am Karfreitag, also am Freitag dieser Woche; die Gebetsreihe wird dann am Samstag nach Ostern mit dem neunten Gebet abgeschlossen. Die Gebete dieser Novene sind im Internet zu finden und liegen in einigen Kirchen Liechtensteins auf.
Genau eine Woche nach Ostern, am sogenannten Barmherzigkeits-Sonntag (= Sonntag der hl. Sr. Faustyna), wird in vielen Kirchen dieser Welt den Gläubigen alljährlich ein aus­sergewöhnliches Bild gezeigt: Es handelt sich um das bekannte «Gnadenbild des barmherzigen Jesus», das die hl. Sr. Faustyna im Auftrag Jesu (!) malen liess.
Im Tagebuch der hl. Sr. Faustyna betont Jesus unter anderem: Von der Novene, vom Barmherzigkeitsrosenkranz und von diesem «Bild des barmherzigen Jesus» gehen riesengrosse Gnaden aus. Sinnloses religiöses Gesäusel oder aber «Rettungsringe» für die Seele in diesen Zeiten allergrösster Herausforderungen? Jedem seine Meinung.

Urs Kindle,
Binzastrasse 51, Mauren

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