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Leserbrief

Patientenrechte

Agnes Dentsch,Poliweg 12, Ruggell | 12. April 2017

Gesundheitswesen

Mir ist aufgefallen, dass Ärzte und Psychiater in der letzten Zeit vermehrt in den Medien «präsent» sind, was ihr gutes Recht ist, kein Gesetz verbietet es.
Mein erster Eindruck war, dass uns (von Babys bis ins hohe Alter) suggeriert wird, dass wir vorsorglich einen Arzt oder eine Ärztin bzw. Psychiater oder Psychiaterin – im Land und nicht im Ausland wegen Arztnähe – aufsuchen sollen, nur so können wir evtl. Krankheiten vorbeugen. Wirklich nur Ärzte im Land?
Mein zweiter Gedanke war, ob das nicht mit dem neuen KVG in Zusammenhang steht? Schliesslich werden die Ärzte nach der Einführung von Tarmed bis zu einem bestimmten Grad in ihrer Tätigkeit eingeschränkt, was wiederum ihr Einkommen schmälern könnte. Wenn es aber der Ärzteschaft gelingt – durch Akquirieren von mehr Patienten – zu beweisen, dass wir doch krank sind, auch wenn wir uns gesund fühlen, können sie behaupten: Wir haben einen Ärztemangel und brauchen noch mehr Ärzte und Privatkliniken? Die Wörter wie Überarztung, Übermedikation und unnötige Operationen hören die Ärzte (Ausnahmen bestätigen die Regeln) ja nicht gerne, so was existiert für sie nicht. Wird hier der Gesundheitstourismus gefördert?
Was mir noch aufgefallen ist: Falls ich das Formular für die Vorsorgeuntersuchung (vom Amt für Gesundheit zugestellt) ausfülle und einen Arzt oder eine Ärztin (im Land und nicht im Ausland) aufsuche, wird er/sie etwas entdecken, das behandlungsbedürftig ist. Was wird überhaupt untersucht? Wer hat schon ein perfektes Blutbild? Wer hat schon keinen Stress? Sind altersbedingte Krankheiten wirklich behandlungsbedürftig? Werden medikamentenbedingte Folgeerkrankungen untersucht? Fragen über Fragen.
Es lohnt sich also, die Fragen im Formular genau durchzulesen und sich gut zu überlegen, welche Vor- und Nachteile eine solche Untersuchung hat. Es ist Ihr gutes Recht zu entscheiden (Eigenverantwortung), ob Sie es tun oder nicht.

Agnes Dentsch,
Poliweg 12, Ruggell

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