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Leserbrief

Riebelquoten!

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 4. April 2017

Quotendiskussion

Immer wieder werden die Frauen des Nordens herangezogen, uns eine Frauenquote abzuwürgen und anzugünsteln. Da die Sache so einfach nicht ist, wie sie dahergeschwatzt wird, verdient sie eine genauere Betrachtung. Die Frauen des Nordens wurden im Laufe der Jahrhunderte durch ihr Schicksal ganz anders geformt wie unsere. Die Frauen in Island, Norwegen, den Färöern, Åland usw. waren immer wieder auf sich selber gestellt, was sie im Laufe der Evolution zu starken, meist auch grossen und selbstbewussten Himmelsgeschöpfen formte. Da ihre Männer meist auf See waren, um zu Fischen und oft wochenlang nicht nach Hause kamen, war es den Frauen aufgebürdet, zu Hause die Kinder zu versorgen und die kleine Landwirtschaft alleine zu betreiben. Fuhr der Mann zur See, kam er oft Monate oder gar jahrelang nicht nach Hause. Norwegische Söldner sahen ihre Kinder meist erst bei der Zeugung und nachher erst wieder beim Schuleintritt, wenn überhaupt. Die Friedhöfe dort oben sind Zeugen vom harten Leben der vielen Frauen und ihren Männern, die oft sehr jung vom Fischfang oder der Legion nicht mehr zurückkehrten.
Bei uns hatten es die Frauen leichter und beschützter. Der Mann war immer da und umsorgte treu Weib und Kinder. Ausser er war im Wirtshaus und schüttete Most in seine Rübe. Niemals musst er jahrelang in den Krieg ziehen, gar dem Feind in die Augen schauen. Nur selten verliess er sein Dorf überhaupt. Unseren Frauen waren Küche, Garten und das Jäten auf dem Türkenacker evolutionsbegleitend und bestimmend. Vielleicht noch im Outdoorbereich beim Heurechenhinterherziehen. Ansonsten war der Herd über Hunderte Generationen das formende Element. Resümee: Währenddem sich die isländische Witwe mit 6 Kindern alleine durchschlagen musste, war die Eschnerin zeitlebens hinter dem Herd, kochte Latweri, stampfte Riebel den ganzen Tag und sorgte sich einzig, ob ihr Mann nicht zu viel Moscht im Kreuz soff. Der Dank der Natur an dieses sorgenfreiere Leben durch die Jahrhunderte ist, dass wir hier herzensgute und unverbraucht wunderschöne Frauen haben.
Wenn man ein Land aussucht, in welchem jene Bedingungen vorherrschen, die man hier auch gerne haben möchte, muss man auch nach den Ursachen für jene Bedingungen fragen und ergründen, warum etwas so ist, wie es ist. Das Frauen-Nord-Süd-Gefälle ist ja nicht zufällig entstanden, sondern die Menschen und die Lebensumstände haben es so geformt. Zudem gründet das norwegische Lebensglück auch ein wenig in den Ölzapfhähnen vor der Küste.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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