Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Illegale Jagd

Moritz Rheinberger,Rotes Haus, Vaduz | 25. März 2017

Biberdiskussion

Das Amt für Umwelt hat mehrere Biberfallen aufgestellt und beabsichtigt, gefangene Tiere zu töten. Der Biber ist in Liechtenstein geschützt (vgl. Berner Konvention) und darf nur unter speziellen Umständen gemäss Artikel 28a NSchG gefangen und getötet werden. Eine Abschussanordnung ist aber aufgrund allgemeiner verwaltungsrechtlicher Bestimmungen, verwaltungsrechtlichen Grundsätzen, dem Naturschutzgesetz, dem Verbandsbeschwerderecht sowie der Aarhus-Konvention nur zulässig, wenn sie per rechtsmittelfähiger Verfügung ergeht (vgl. BGE 141 II 233). Dieses Wissen ist verwaltungsnotorisch und somit hat die Regierung beziehungsweise das zuständige Amt es vorsätzlich unterlassen, zu verfügen. Zum wiederholten Male wollen die Regierung und das Amt für Umwelt das Verbandsbeschwerderecht mit ganz miesen Tricks aushebeln. Die Regierung und das Amt für Umwelt inklusive der juristischen Mitarbeiter der Umweltministerin und des Rechtsdienstes können gar nicht derart inkompetent sein, dass sie nicht wüssten, dass die angeordnete Massnahme nicht verhältnismässig ist, was aber staatliches Handeln immer sein muss. Es springt einem geradezu ins Auge, dass die Massnahme noch nicht einmal geeignet, geschweige denn erforderlich ist und einer Beschwerde niemals standhalten würde. Somit geschah das nicht Verfügen gegenüber den beschwerdeberechtigten Organisationen vorsätzlich, um offensichtlich zwischenzeitlich Tatsachen zu schaffen, sprich den Biber aus dem Weg zu räumen. Daher stellt sich die Frage nach der Anwendung von Art. 302 StGB, Missbrauch der Amtsgewalt. Werte Regierung, wertes Amt für Umwelt, dieses Vorgehen ist selbst für eure Standards geradezu erbärmlich, offensichtlich besitzt ihr keinerlei Respekt vor dem Leben und habt an einer gemeinsamen wohldurchdachten Lösung nicht das geringste Interesse. Selbstherrlich verwirklicht ihr, was euch gerade in den Kram passt. Ihr ekelt mich schlichtweg an!

Moritz Rheinberger,
Rotes Haus, Vaduz

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung