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Leserbrief

Gegenvorschlag zur Frauenquote

Carmen Sprenger-Lampert,Landstrasse 333, Triesen | 24. März 2017

Gerne verweise ich auf meine bereits veröffentlichten Leserbriefe in dieser Sache. Nun traf ich auf ein Gründungsmitglied des Vereins «Hoi Quote». Wir nutzten diese Begegnung u. a. zu einer fairen und powervollen Diskussion bei einem Glas Bier. Schön, dass ich erleben durfte, dass es so etwas auch unter Frauen gibt.
Mein Nein zur Quote vertrat ich in dieser Diskussion klar. In Bezug auf die Quotendiskussion stelle ich immer wieder fest, dass Äpfel mit Birnen vermischt werden. Eine Quote löst zum Beispiel die Probleme Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder die Gleichstellung von Teil- und Vollzeitarbeit usw. nicht.
Wir diskutierten unter anderem darüber, dass es wichtig wäre, dass beispielsweise das Know-how von Hausfrauen in der Politik vertreten sein sollte; diese aber nicht gewählt würden. Auch ich bin der Meinung, dass die Politik das Volk «breit» vertreten sollte, um die Bedürfnisse aller sozialen Schichten zu kennen. Nachdem sich die traditionelle Rollenverteilung im Lauf der Zeit verändert, gibt es heutzutage Hausfrauen und Hausmänner – die Frauenquote löst also auch dieses Manko nicht.
Liebe «Hoi-Quote»-Frauen, eine Imagekampagne zum Beispiel zugunsten von Hausfrauen und -männern wäre vermutlich effektvoller, als der Kampf um eine Frauenquote. Oder wäre es eine Idee, die Natur zu verklagen, weil nur Frauen Kinder gebären können? Nein, Ironie bei Seite. Anstelle einer Geschlechterquote könnte eine Diversifizierung auf eine andere Art und Weise herbeigeführt werden. Dabei denke ich zum Beispiel an die Berücksichtigung der verschiedenen sozialen Schichten der zu wählenden Personen.
Vielleicht gäbe es dann einen Bereich «Familie», der von einem Hausmann oder einer Hausfrau vertreten wird? Die Entscheidung hierzu erfolgt demokratisch. Das Wahlkriterium für diesen Sitz wäre unter anderem eine nachweisliche Qualifikation zum jeweiligen Thema.
Über die detaillierte Ausgestaltung dieser Idee lässt sich diskutieren. Vielleicht könnte das Prinzip des Zweikammersystems Inputs für die optimalere Vertretung aller sozialen Schichten liefern?
Das stimmberechtige Volk sollte die Chance haben, sich darüber zu äus­sern, ob eine solche Veränderung überhaupt gewünscht wird. Die Regierung könnte dies zum Beispiel in einer Umfrage eruieren. Alle politischen Entscheidungsträger fordere ich zu einem kreativen Handeln, ohne Angst vor Veränderung, auf – es führen viele Wege nach Rom.
Ich wünsche mir, dass diese Idee der Frauenquoten-Diskussion eine frühlingshaft bunte Note verleiht.

Carmen Sprenger-Lampert,
Landstrasse 333, Triesen

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