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Leserbrief

Whistleblower Sit-in

Martin Wachter, Herrengasse 2, Vaduz | 20. März 2017

Compliance Day 9. Mai

Zum gemütlichen «Sit-in» zum Thema «Whistleblowing» lädt der Lehrstuhl am 9. Mai 2017 neben bekannten Rechtsexperten weitere, leider eher fragwürdige Referenten ein. Die FMA-Einrichtung der «Whistleblower»-Linie, als herzhafter Biss in saure EWR-Regularien, bildet offenbar für nicht wenige den Startschuss, das unselig verniedlichende Synonym für Berufsgeheimnis-Verrat weiter zu bagatellisieren. Bei Kaffee und Kuchen, in froher Runde, wird dann wohl im Mai über drohende Gesetzesverstösse geplaudert werden dürfen. Gleichzeitig wird Anbietern eine Plattform geboten, um für ihre zweifelhaften Dienstleistungen Werbung zu machen. Kein Wunder poppen in so einem Umfeld wie (giftige) Pilze im Wald eben diese ersten Profiteure auf, die motiviert durch den Freibrief von offizieller Seite, ihr neues, schäbiges Geschäftsmodell entwickelt haben und es mit tatkräftiger Unterstützung öffentlicher Einrichtungen fertig bringen, den höchst verwerflichen Begriff des «Whistleblowers» im allgemeinen Sprachgebrauch zu etablieren und, als Gipfel der Dreistigkeit, erwiesenermassen kriminelle Handlungsweisen bald wohl auch als Machenschaften von Gutmenschen zu verkaufen! Nun ist es dem Lehrstuhl Gesellschafts-Stiftung und Trustrecht in einem Fehlgriff bisher ungekannten Ausmasses gelungen, die Hohepriester des Geheimnisverrats zu mobilisieren: Frau Dr. Zora Ledergerber aus Zürich und der Whistleblower-Oberguru Herr Kenar Tur aus Berlin, die, man höre und staune, ihre home-page einleitend mit Überschriften wie «Integrity-Line», «Secure Communication», «Ethik und Moral» und Ähnlichem strapazieren (à la Donald Trump alternativ zu bezeichnen mit «Fake Title»). Die Einladung des damaligen BND-Chefs ins Vaduzer Rathaus vor ein paar Jahren scheint inzwischen vergessen worden zu sein. Wohl nur eine Frage der Zeit, wann Herrn Borjans aus Nordrhein-Westfalen aus aktuellem Anlass die Aufwartung gemacht wird und er seine frisch gestohlene CD mit Kontodaten auch von FL-Bürgern hier einem tumben Publikum präsentieren darf? Angesichts dieser Entwicklung frage ich mich: Wann, meine Herren und Damen, denken Sie, ist die unterste Schamgrenze nun endlich erreicht?

Martin Wachter,
Herrengasse 2, Vaduz

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