Leserbrief

Frauenquote oder was sonst?

Reto Walter Brunhartdzt. in Slowenien | 20. März 2017

Errechnung

In Liechtenstein können die Landtagswahlen seit der letzten Wahl nur schwer verdaut werden. Der Frauenanteil im Parlament ist beschämend niedrig, was auf fehlenden Respekt gegenüber den politisch tätigen Frauen zurückzuführen ist. Persönlich erkenne ich keinen Vorteil an einer Quote, um gleichberechtigte Anschauungen wahr werden zu lassen. Eine Verfassungsänderung wäre um vieles besser, nach der die stimmberechtigte Gesellschaft zu repräsentieren ist. Über das Land gerechnet, ergibt sich ein Prozentsatz von Frauen und Männern, die stimmberechtigt sind. Auf diese Erkenntnis folgt, entsprechend der diesbezüglichen prozentualen Errechnung die Parlamentssitze festzulegen, beispielsweise in Zukunft 13 Sitze den Frauen und 12 Sitze den Männern zu geben. Oder 14 Sitze für die Männer und 11 Sitze für die Frauen bereit zu stellen, ganz nach der prozentualen Berechnung im Wahljahr eben. Demokratisch gewählt würden die Parlamentskandidatinnen und -kandidaten jeweils von allen Stimmberechtigten wie bis jetzt. So eine Festlegung der Verfassung zum Parlament hat verschiedene Vorteile: Die ewige Diskussion über Frauen in der Politik wäre damit nicht nur beendet, vielmehr bestünde ein verfassungsmässiges Recht für Frauen und Männer, miteinander zu arbeiten und Liechtenstein vorwärtszubringen. Für einmal wäre Liechtenstein ein Beispiel für die UN und viele Länder. Freundliche Berichterstattung wäre in internationalen Medien zu lesen: «Da hat ein Staat, Liechtenstein, ein andauerndes gesellschaftliches Problem demokratisch gelöst! Warum soll so etwas nicht auch in unserem Staat möglich sein?»


Reto Walter Brunhart
dzt. in Slowenien

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