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Leserbrief

Lebensraum für Biber

Landtagsfraktion der Freien Liste | 18. März 2017

Umgang mit Bibern

Als der erste Biber in Schaan gesichtet wurde, haben sich die Menschen darüber gefreut: Das ist mittlerweile schon einige Jahre her. Viele haben sich an Gewässern auf die Suche gemacht, um den Einwanderer mit den starken Zähnen beobachten zu können.
Biber bringen viel Biodiversität mit, sie prägen die Landschaft, was auch auf kleinere Lebewesen Einfluss hat. Sie stauen Gewässer, sie nagen aber auch an Baumstämmen und Dämmen und graben unterirdische Gänge. Weil Biber auch in Lebensräume von Menschen eindringen, werden sie seit zwei Jahren zum Abschuss freigegeben. Das wirft viele Fragen auf. Mit dem Vormarsch der Biber konnte man nicht erst seit gestern und heute rechnen, seit diese Tiere auch in der Öffentlichkeit thematisiert werden. Schon vor zwei Jahren hat die Freie Liste sich mit Kleinen Anfragen erkundigt, wo Biber Raum haben können und ob es Alternativen zum Abschuss gibt. Ein Biberkonzept wurde von der Regierung schon für’s letzte Jahr versprochen, geliefert wurde es aber bisher nicht. In ein solches Konzept gehört neben der Frage, wo Liechtenstein Lebensraum für Biber bieten kann und somit die Artenvielfalt gefördert werden kann auch die Frage der Zuständigkeit. Es ist nicht einmal in jedem Fall klar, wer für Biberschäden aufkommt oder wer zuständig ist, wenn Biber getötet werden sollen. Ein Konzept sorgt für Klarheit: Was passiert, wenn ein Biber auf einem Gemeinde- oder Landesboden auftaucht, was, wenn er auf dem Grund von Privaten gräbt und sägt? Nur mit einer guten Planung kann der Biber dort gefördert und erhalten werden, wo er ökologisch sinnvoll ist und Schutzbauwerke wie Dämme nicht gefährdet: Es wird aber auch nicht anders gehen, als die Existenz der Biber in der Planung des menschlichen Lebensraums miteinzubeziehen. So müssen wohl bestimmte Dämme oder Bäume vor Bibern gesichert werden, was wiederum Geld kosten wird. Wer kommt dafür auf? Wie gesagt brauchen Biber Raum und kommen durchaus manchmal Menschen in die Quere, was für Unmut sorgen kann. Wenn es endlich eine umfassende Planung gibt, kann sich jede/r ein Bild machen, wo und warum Biber nicht überall erwünscht sind, aber dennoch in Liechtenstein respektiert werden. Die Biberpopulation insgesamt kann so wie gesetzlich vorgegeben geschützt werden. Heute ist die Verunsicherung gross und es kann der Eindruck gewonnen werden, dass Biber anscheinend willkürlich gejagt werden.

Landtagsfraktion der Freien Liste

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