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Leserbrief

Biber-«Malheur»?

Mario F. Broggi,St. Mamertenweg 35, Triesen | 16. März 2017

In Balzers soll öffentliches Gut in Form von Biberfallen beschädigt worden sein, worauf man die Polizei einschaltete. Wie wäre es mit einer parallelen Überprüfung, ob dieses von der staatlichen Verwaltung angeordnete Bibertöten überhaupt legal ist? Der Biber ist gemäss der Berner Konvention (von Liechtenstein ratifiziert und damit gültig) wie auch sonst in Europa nach der EU-Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie streng geschützt. Meines Wissens wurden in den Nachbarstaaten Schweiz und Österreich bisher noch keine Biber getötet, obwohl dort Tausende davon leben. Stattdessen begann es in Liechtenstein bald nach der ersten Besiedlung mit dem Bibertöten ausgerechnet in zwei Naturschutzgebieten, wo man naiv meinen könnte, dass hier die Natur Vorrang hätte. Diese Naturschutzgebiete machen übrigens nur 1 Prozent der liechtensteinischen Staatsfläche aus, während jüngst ein Biodiversitätsforscher der Universität Bern ein Drittel eines Staatsgebietes für den Erhalt der Vielfalt verlangte. Liechtenstein ist kein naturfreundliches Land. Biber sind im Übrigen selbstregulierend, ein Abschuss stört das natürliche Gleichgewicht. Die Rückkehr des Bibers ist für die Natur ein grosser Gewinn, vor allem im Ökosystem Wasser, das sei auch dem hiesigen Fischereiverein gesagt. Es scheint mit dem Thema «Sicherheit» – hier im Falle des Bibers – ähnlich zu gehen wie mit dem Stichwort «Terrorismus». Unter solchen Segeln erscheint einiges an gewählten Massnahmen wenig reflektiert zu werden. Fazit: armes, reiches Liechtenstein!


Mario F. Broggi,
St. Mamertenweg 35, Triesen

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