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Leserbrief

Liebe Quotenfrauen ...

Amon Marxer,Murasträssle 4, BalzersEin weiterer Leserbrief: Seite 5 | 16. März 2017

... oder die, die es noch werden wollen. Wer braucht noch Frauenfeinde, wenn er solche Freundinnen hat? In letzter Zeit häufen sich Leserbriefe und Zeitungsartikel, in denen Frauen ihrem eigenen Geschlecht so einige Charakterdefizite zuschreiben. Plakativ ausgedrückt, halten Frauen sich selbst offenbar für inhärent zickig: Man gönnt anderen Frauen nichts, konkurriert, lästert im Geheimen etc. Im Anschluss wird dann jeweils angemahnt, Frauen sollten anderen Frauen gegenüber solidarisch sein beziehungsweise Frauen wählen, weil sie Frauen sind.
Das ist doch der gleiche Kindergarten wie vor 30 Jahren, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Bis dahin war offenbar die landläufige Meinung, dass es einen Penis braucht, um klar denken zu können, und heute soll eine Vagina fachliche Qualifikation ersetzen? Vielen Dank für diese Perle der Weisheit.
In dem Fall muss ich mich als Mann wohl nicht dafür schämen, dass die Einführung des Frauenstimmrechts so eine Zangengeburt war – zumindest die emanzipatorische Avantgarde unseres Landes ist geistig offenbar nicht weiter, als wir es damals waren.
Dem gemeinen Frauenvolk hingegen scheint sich die tiefe Weisheit, einen Menschen allein oder zumindest insbesondere wegen seines oder ihres Geschlechts in eine politische oder wirtschaftliche Position zu hieven, einfach nicht erschlies-sen zu wollen. Mir auch nicht.
Also, liebe Quotenfrauen, wenn ihr den Rest eures Geschlechts für zu doof dafür haltet oder ihr der Meinung seid, dass Frauen generell charakterliche Defizite aufweisen, die dazu führen, dass Frauen Frauen benachteiligen, dann sollten wir wirklich über eine Frauenquote abstimmen, und zwar eine solche, die den Namen verdient: eine Quote von Frauen für Frauen. Man könnte eine Initiative starten, die zum Ziel hat, eine zweite Abstimmung abzuhalten, bei der nur Frauen stimmberechtigt sind. Der Gegenstand dieser zweiten Abstimmung wäre die Einschränkung des Wahlrechts von Frauen in der Weise, dass sie künftig nur noch Frauen wählen dürfen. Denn eine Quote ist nichts anderes als eine Einschränkung des Wahlrechts. Ich würde die Initiative unterstützen, aber, liebe Quotenfrauen, erwartet bitte nicht, dass ich mir auch meine demokratischen Rechte beschneiden lasse, nur weil ihr eure Geschlechtsgenossinnen intellektuell oder charakterlich noch nicht reif für ein freies Wahlrecht haltet.
Das ist, um ehrlich zu sein, euer Problem. Davon abgesehen ist mein Frauenbild ein anderes.

Amon Marxer,
Murasträssle 4, Balzers
Ein weiterer Leserbrief: Seite 5

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