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Leserbrief

Zahlungsmüde Krankenkasse

Martin Büchel,Höfle 38, Balzers | 13. März 2017

Gesundheitssystem

Erfahrungen zeigen, dass seit der Einführung der Fallpauschalen in Spitälern, Patienten sehr wohl früher entlassen und in die Rehabilitationskliniken oder ambulanten Therapiepraxen überstellt werden. Die Patienten sind immer öfter nicht in der Lage, unmittelbar und mit den erforderlich notwendigen Massnahmen mit der Rehabilitation zu beginnen. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Aufwände und Kosten für diese Institute steigen. Spitäler und Kliniken können nicht immer die Anzahl Tage abrechnen, die ein Patient bei ihnen liegt, sondern erhalten unabhängig von der Aufenthaltsdauer eine fixe Pauschale pro Fall. Damit steigt auch der wirtschaftliche Druck, Patienten früher zu entlassen. Die entstehenden Mehrkosten werden auf die ambulanten Leistungserbringer verlagert.
Die ambulanten Therapieleistungen, welche ärztlich verordnet und im gesetzlichen Tarifwerk zur Kostenübernahme verpflichtend sind, werden von der SWICA Krankenkasse seit Neuestem aus dem Gesuch der Kostengutsprache rausgestrichen. Ein Fall aus der Praxis. Zuvor werden Einkommensschwache, junge Prämienzahler und Ausländer mit tieferen Prämien geködert und die Krankenkasse entzieht sich, wo nur möglich, der entsprechenden Übernahme der gesetzlichen Leistungspflicht. Und wenn nicht auf direktem Weg, dann über die Hintertür zum Vertrauensarzt. Dieser hat als «neutraler» Betrachter immer noch die Kompetenz, Leistungen zu streichen. Ein tolles Geschäft.
In der jüngsten Vergangenheit wurden die hohen Gerichtskosten aus einem Wirtschaftlichkeitsverfahren ohnehin auf dem Rücken der Versicherten abgewickelt. Leistungserbringer werden bekanntlich mit jährlichen bzw. halbjährlichen Tarifsenkungen konfrontiert. Und niemand hat was dagegen. Der Ausstieg aus dem OKP-Vertrag ist ja jedem freigestellt.
Das gehört ja schliesslich zur unternehmerischen Freiheit. Wem es nicht passt, der kann gehen. Dem Steuerzahler hingegen, wird immer wieder ein qualitativ hochstehendes Gesundheitssystem angepriesen. Der kranke Zustand dieses Systems, erscheint allerdings schon in einem fortgeschrittenen Stadium. Um solche Fehlentwicklungen zu vermeiden, braucht es mehr Qualitätskontrolle.
Nicht nur bei den Leistungserbringer!

Martin Büchel,
Höfle 38, Balzers

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