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Leserbrief

Liebe Karin Jenny

Johannes Allgäuer,Castellstrasse 28, Nendeln | 11. März 2017

Bei der Verfassungsabstimmung, besonders beim Thema Sanktionsrecht, hast du doch immer verkündet, dass das Volk schlau genug sei und keinen Eingriff von oben benötige. Ein Volksentscheid habe an erster Stelle zu stehen, war deine klare Haltung. Und jetzt willst du dich einer gesetzlichen – also vom Staat diktierten – Quote unterwerfen? Nicht sehr konsequent, wie ich meine! Ganz nach dem Motto von Pippi Langstrumpf: «Ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt.»
Wenn man Angst hat, dass sich Frauen künftig weniger für politische Ämter bewerben und zur Verfügung stellen könnten, sollte man meiner Meinung nach als erstes damit aufhören, immer wieder zu behaupten, dass Frauen ausschliesslich ihres Geschlechts wegen gestrichen werden. Genau diese postfaktische Angstmacherei wird dafür sorgen, dass sich künftig die Parteien auf der Suche nach Kandidatinnen noch schwerer tun werden als dies ohnehin heute noch der Fall ist. Oder wie soll man Frauen für eine Kandidatur motivieren, nachdem ihnen eingeredet wurde, dass sie sowieso gestrichen werden? Das Problem soll seriös an der Wurzel angepackt werden. Aber diese wenig differenzierten Behauptungen, welche zudem nur einen einzelnen Teilaspekt des Ganzen beleuchten, müssen ein Ende haben – den Frauen zuliebe.

Johannes Allgäuer,
Castellstrasse 28, Nendeln

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