Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Wozu Quoten

Herbert Elkuch,DU-Landtagsabgeordneter | 11. März 2017

Alle Bürger/-innen haben nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung die gleichen Voraussetzungen und Chancen, für ein öffentliches Amt gewählt zu werden. Die bestehende Gleichheit der Wählbarkeit mit einer Frauen-Quoten-Regelung aus dem Gleichgewicht zu bringen, verstösst nach meiner Auffassung gegen die Verfassung, konkret gegen Art. 31, Abs. 2) «Mann und Frau sind gleichberechtigt». Eine Quotenregelung untergräbt den verfassungsmässigen Gleichheitsgrundsatz. Frauen möchten, dass sie wegen ihrer Leistung und ihrer Arbeit qualifiziert werden und nicht wegen einer Quote gewählt werden. Wäre anstatt ein «Hoi Quoten»-Verein eher ein Verein für die Vereinbarung für Familie und Beruf wertvoller?
Gesellschaftliche Systeme ändern ihre Strukturen entsprechend der Zeitepoche. Als 1984 die Frauen das Stimmrecht erhielten, standen sie einem in seiner Grundstruktur und Form verfestigtem parlamentarischem Männerdomänen-System gegenüber. Die Frau wurde meist in Absprache mit ihr eingebunden. Der Wandel eingebürgerter Strukturen vollzieht sich nur langsam.
Ein anderer Grund für das Fehlen der Frauen in der Politik ist, dass nach wie vor traditionelle Rollenbilder vorherrschen und auch geschlechtsspezifische Rollen vorgegeben sind. Viele Frauen übernehmen den Grossteil der Familienaufgaben, die Haushaltsführung, die Betreuung der Kinder und der älteren Angehörigen sowie weitere soziale Aufgaben im öffentlichen und verwandtschaftlichen Umfeld. Daneben gehen sie eventuell noch einer Teilzeitarbeit nach. Gerade in unserer hochkomplexen Leistungsgesellschaft brauchen wir Kinder, denen die Mutter hilft, stabile Persönlichkeiten zu werden. Das ist kein Teilzeitjob und braucht viel Energie. Dazu noch ein politisches Mandat? Viele Frauen entscheiden sich für die Familie.
Sind die Kinder einmal «aus dem Gröbsten heraus», ist für die politisch interessierte Frau oftmals die Möglichkeit gegeben, sich als Kandidatin für ein öffentliches Amt zu stellen. Politische Arbeit ist eine Teilzeitarbeit, welche die weniger werdende Arbeit in der Familie kompensieren könnte. Lebenserfahrung ist dann vorhanden, die nutzbringend eingebracht werden könnte. In diesem Sinne bleibt zu hoffen, dass sich in Zukunft mehr Frauen beim Verein «du die Unabhängigen für Liechtenstein» anmelden. Entscheidend für einen politischen Erfolg ist eine frühzeitige Profilierung einer grösseren Anzahl Frauen, die sich einer Wahl stellen. Eine Hilfe wird die neu im «Hoi du» integrierte Rubrik der Frauen sein.

Herbert Elkuch,
DU-Landtagsabgeordneter

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung