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Leserbrief

Sieben Monate für den Täter, lebenslänglich für die Opfer

Amanda Gunsch,Finne 6, Balzers | 10. März 2017

Strafmass

Sexueller Missbrauch hat schwerwiegende Langzeitfolgen. Der sexuelle Missbrauch eines Kindes stört seine normale sexuelle Entwicklung. Es wird als Kind gezwungen, die Sexualität wie ein Erwachsener zu erleben und hat nicht die Möglichkeit so zu erforschen, wie es seinem Alter angemessen wäre. Es lernt, dass Lust (die Lust des Täters) eine schreckliche, unkontrollierbare Macht ist. Seine ersten Erfahrungen mit sexueller Erregung sind mit Scham, Ekel und Erniedrigung verbunden. Bestimmt unterscheiden hier einige, wie oft Übergriffe stattgefunden haben. Einmal ist schon einmal zu viel! Folgeerscheinungen können sich auch noch im Erwachsenenalter zeigen. Nur um einen Bruchteil zu nennen: Angst, Scham, Wut, Unsicherheit, Misstrauen, Schuldgefühle, Schlafstörungen, aggressives Verhalten, Vereinsamung durch Rückzug, geringes Selbstwertgefühl, Zweifel an der eigenen Wahrnehmung etc.
Die Folgeerscheinungen des sexuellen Missbrauchs in der Kindheit führen zu Einschränkungen in allen Lebensbereichen. Lebenslänglich!
Wie also rechtfertigt sich ein so lächerliches Urteil von sieben Monaten Gefängnis für einen Menschen, der einem Kind – oder in diesem Fall mehreren Kindern – solchen Schaden zugefügt hat? Es erstaunt auch, dass das Gericht offenbar eine verpflichtende Tätertherapie auch aufgrund der öffentlichen Sicherheit nicht für notwendig erachtet. Für mich persönlich ist für so einen Menschen keine Strafe hoch genug. Es kann aber auch nicht sein, dass die Opfer verhöhnt werden, indem der Täter praktisch ungestraft davonkommt.
Es muss etwas passieren!

Amanda Gunsch,
Finne 6, Balzers

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