Leserbrief

«Quotenfrau», nein danke

Carmen Sprenger-Lampert,Landstrasse 333, 9495 Triesen | 10. März 2017

Frauenquote

Liebe Verfasserinnen des Leserbriefes vom 8. März zum Thema Frauenquote. Gerne nehme ich Ihre Meinung zur Kenntnis und freue mich darüber, dass es Frauen gibt, die sich öffentlich für das weibliche Geschlecht stark machen. Allerdings möchte ich Ihnen folgende Gedanken zukommen lassen. Ich selbst sehe mich als emanzipierte Frau. Meine Erfahrung, welche unter anderem eine mehrjährige Zusammenarbeit in einem reinen Männerteam beinhaltet, bekräftigt meine Meinung zu diesem Thema. Die Tatsache, dass nur wenige Frauen die Wahl in den Landtag geschafft haben, stimmt auch mich nachdenklich. Wenn ich die Diskussionen dazu verfolge, existiert ein gewisses Unverständnis und das Thema Frauenquote wird als Lösungsvorschlag erwähnt. Ich glaube aber, dass dadurch die Frauen Gefahr laufen würden, dass ihre Qualifikation in den Hintergrund rückt und deren Position mit der Quote begründet beziehungsweise belächelt würde. Vielleicht könnten wir Frauen von den Männern etwas lernen, die nach einer schwierigen Diskussion gemeinsam mit ihrem «Vis-à-vis» ein Bier trinken, anstelle hinterrücks zu lästern und das Outfit zu verhandeln. Kann es sein, dass in der «Frauenwelt» eine gewisse Rivalität herrscht, welche sich schlussendlich als disqualifizierend entpuppt? Müssten Frauen vielleicht auch mutiger werden und ihre Fähigkeiten beziehungsweise Person weniger infrage stellen? Wenn man bedenkt, dass es in Liechtenstein mehr wahlberechtige Frauen als Männer gibt, so beweist das Wahlergebnis 2017, dass Frauen ihre Stimmen nicht ihren Artgenossinnen gaben. Um dieses Manko erfolgreich nachhaltig zu beheben bzw. minimieren, müssten die Frauen der Wahrheit ins Auge sehen. Eine Quote würde diesen vielleicht schmerzlichen Blick ersparen. Für diejenigen unter Ihnen, welche sich nun fragen, weshalb ich trotz dieser Worte noch nie auf einer Wahlliste zu finden war, kann ich darauf verweisen, dass AusländerInnen kein Wahlrecht in Liechtenstein haben. Trotzdem versuche, ich «meine Worte» im Alltag – auch ohne Wahlbeteiligung – umzusetzen. Ich wünsche mir, dass sich Frauen und Männer aus Überzeugung respektieren und wählen. Auch möchte ich klarstellen, dass ich unter anderem die erschreckende Tatsache – die Einführung des Frauenstimmrechtes in Liechtenstein vor erst 33 Jahren – nicht schönrede.

Carmen Sprenger-Lampert,
Landstrasse 333, 9495 Triesen

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