Leserbrief

Mehr Frauen in der Politik verändern die Politik

Alexandra Marion Schädler,Gewerbeweg 3, Vaduz | 14. Februar 2017

Die Umfrage des «Vaterlandes» vom 11. Februar 2017 zeigt auf, dass 54,19 Prozent der Meinung sind, dass keine Anstrengungen unternommen werden müssen, Frauen in politischen Ämtern zu fördern. Das Ergebnis über das Abschneiden der Frauen bei den Landtagswahlen stellt für mich ein Warnsignal über die Haltung gegenüber den Frauen und der Politik in unserem Land dar. Ich prognostiziere, dass zukünftig die Motivation von Frauen, überhaupt für politische Ämter zu kandidieren, stagniert. Es ist schade, dass Frauen seit Beginn des 20. Jahrhunderts für das Recht auf Bildung, für unser Wahlrecht und das Recht auf Erwerbsarbeit kämpfen mussten. Um für unser Land und unsere Bevölkerung positive Veränderungen voranzutreiben, dürfen wir nicht stehen bleiben! Wir brauchen mehr Frauen in der Wirtschaft, in der Wissenschaft und letztlich in der Politik. Dass wir Frauen noch nicht weiter sind, haben wir uns teilweise auch selbst zuzuschreiben. Einerseits jammern wir über fehlende und mangelhafte Netzwerke und andererseits frage ich jetzt kritisch, «wo ist unsere Frauensolidarität»? Gerade Frauen sollen Frauen mehr zutrauen, Frauen sollen Frauen in politische Ämter wählen, «wir Frauen» müssen uns selber gegenseitig fördern und unterstützen, dann sind wir auch in der Lage, uns besser zu vernetzen und erhalten in allen Ebenen mehr Wertschätzung. Sei es als Familienfrau oder als Berufstätige. Auch nehmen wir Frauen leider unser Stimmenpotenzial zu wenig wahr! Unsere FBP- und VU-Frauenunionen sollen nicht länger als verlängerter Parteiarm einer Partei angesehen werden. Die Frauenunionen können sich themenübergreifend vernetzen, insbesondere in der Familienpolitik, um so von den gegenseitigen Stärken zu profitieren. Aber auch der Staat ist gefordert. Er soll insbesondere Teilzeitstellen für Frauen fördern und familienfreundliche Arbeitsbedingungen schaffen. Der Staat hat die Aufgabe, jeder Frau und jedem Mann die Möglichkeit der freien Wahl des jeweiligen Lebensmodells zu ermöglichen. Die Gesellschaft muss sich von althergebrachten, starren und überholten Vorstellungen und Ideologien befreien. Es braucht eine Akzeptanz für neue Frauenrollen in Liechtenstein! Eine gleichmässige Vertretung von Frauen und Männern muss ein gesamtgesellschaftliches Anliegen sein. Und so schliesse ich mit folgendem Zitat: Eine Frau in der Politik wird durch die Politik verändert. Mehr Frauen in der Politik verändern die Politik. «A grosses Dankschön allna Wählerinna und Wähler, wo miar s vertraua gschenkt hend.»

Alexandra Marion Schädler,
Gewerbeweg 3, Vaduz

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