Leserbrief

Frauenfeindlichkeit bei Landtagswahlen

Isolde Hermann-Jehle,bis vor KurzemDU-Landtagskandidatin,Im Bartledura 21, Schaan | 9. Februar 2017

Um es vorwegzunehmen: Ich habe gehofft, ich würde den Einzug in den Landtag schaffen, doch überrascht hat mich das Resultat nicht. Meine Niederlage ist verdaut, da ich sie nicht persönlich nehme. Aber was mich richtig traurig gemacht hat, ist die Nichtwahl von fast allen Frauen!
Diesen Dienstagabend hat ein Mann zu seinem Schwiegersohn wörtlich gesagt: «Hast du deiner Frau gratuliert für die Wahlen?» – «Nein, es ist schade, sie ist ja nicht gewählt worden. Die Frauen hatten es schwer.» – «Es hat jetzt noch zu viel Weiber drin. Ich bräuchte gar keine. Die sollen zuerst mal etwas leisten.» – «Das können sie ja nicht, wenn man sie nicht wählt.»
Soviel ich weiss, ging dieser Frauenfeind – oder wäre Frauenhasser das treffendere Wort? – wenigstens nicht wählen, da seine Partei ihn enttäuscht habe.
Vor ein paar Wochen habe ich folgenden Slogan gelesen: «Gleichberechtigung braucht Gleichgewicht in politischen Gremien» – wie wahr! Das wünsche ich mir auch für unsere Töchtergeneration und somit die zukünftigen (Landtags-)Kandidatinnen.
Bei dieser Gelegenheit bedanke ich mich recht herzlich bei allen meinen Wählern und Wählerinnen.

Isolde Hermann-Jehle,
bis vor Kurzem
DU-Landtagskandidatin,
Im Bartledura 21, Schaan

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