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Leserbrief

Wie weiter, Frauen?

Dunja Hoch,Nellengasse 17, Ruggell | 8. Februar 2017

Landtagswahlen 2017

So, nun ist es also entschieden. Die Landtagswahlen sind Geschichte. Die Schwarzen mit viel Verlust, aber immerhin. Noch mal gutgegangen. Die Roten, Wahlziel nicht ganz erreicht, aber ein bisschen Boden gegenüber den Schwarzen gutgemacht. Immerhin. Die Gelben ganz zufrieden. Steter Tropfen höhlt den Stein. Immerhin. Die Weissen? Wahlziel erreicht. Position gefestigt. Immerhin. So das Fazit der Elefantenrunde. Also. Business as usual. Wie bitte? Echt jetzt? Was ist mit den Frauen passiert? Drei Frauen sind übrig? Ich bin konsterniert. Klar, es hatte weniger Frauen zur Wahl als Männer, aber es hätte genug gehabt, um ein einigermassen ausgewogenes Verhältnis hinzubekommen. Wir Frauen sind gebildet, engagiert in Familie, Beruf und Öffentlichkeit, und alle auf den Listen waren motiviert, ihre Erfahrung, ihr Wissen und viel Zeit für die Gesellschaft und ein lebenswertes Liechtenstein einzusetzen. Frauen sind nicht weniger prädestiniert, gute Politik zu machen. Zwei davon haben das über viele Jahre bereits eindrücklich bewiesen. Auch sie mussten über die Männerklinge springen. Können wir nun den Männern Schuld geben? Nicht wirklich, denn sie machen nur die Hälfte der Wahlberechtigten aus. Wo bleibt die Frauensolidarität? Warum wählen Frauen keine Frauen? Ministerin Frick bezeichnet den tiefen Frauenanteil als Wermutstropfen. Frau Frick, bei allem Respekt, das ist kein Wermutstropfen, das ist ein Armutszeugnis. Und ich erwarte von einer Frau in dieser Position Protest in dieser Sache. Lauten Protest!!! Und ich erwarte von allen Parteien, dass sie erkennen, dass das nicht so weitergehen kann. Die Thema «Frauen in die Politik» muss ganz oben auf die Agenda. Und von den Frauen erwarte ich, dass sie über Parteigrenzen hinweg füreinander einstehen. Das sollten wir uns wert sein und das sind wir jenen Frauen schuldig, die vor nicht allzu vielen Jahren dafür gekämpft haben, dass wir überhaupt einen Wahlzettel einwerfen dürfen und das sind wir unseren Töchtern und Enkelinnen schuldig, damit auch sie Zukunft mitgestalten können.

Dunja Hoch,
Nellengasse 17, Ruggell

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