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Leserbrief

Windstille

Walter Marxer,Hub 32, Eschen | 6. Februar 2017

Das Projekt «Windpark And/Ans» findet offensichtlich bei der Bevölkerung von Balzers keine Zustimmung. Im sehr informativen Artikel «Kühles Nass und Sonnenschein», der in der Ausgabe vom 4. Februar 2017 im «Volksblatt» erschien, ist ersichtlich, dass Liechtenstein im Jahre 2015 den Landesstrombedarf nur zu circa 17 Prozent durch die inländische Produktion abdecken konnte. Der sehr bescheidene Eigenversorgungsgrad, der im Winter sogar noch weit unter die 10-Prozent-Marke fällt, ist beängstigend und könnte in Notzeiten unabsehbare Folgen mit sich bringen.
Wie aus der grafischen Darstellung des oben genannten Artikels ersichtlich, haben sich die Liechtensteinischen Kraftwerke LKW in der Vergangenheit sehr angestrengt und auch den Bau von kleineren Wasserkraftwerken realisiert, um die Eigenproduktion anzuheben. Leider sind die nennenswerten Wasserkräfte im Land, ausser der Wasserkraft des Rheins, erschöpft. Durch Bausubventionen und durch lenkungsgesteuerte attraktive Stromvergütungspreise wurden Anreize zur Förderung der Solarenergie geschaffen. Dieser Anteil liegt heute bei 4,4 Prozent des Landesstromverbrauchs. Weitere Ressourcen sind noch gegeben, aber die Gestehungskosten des Solarstroms sind noch relativ hoch und weit über den marktüblichen Bezügerstrompreisen. Das Augenmerk ist deshalb vermehrt auf die noch unerschlossenen erneuerbaren Energiequellen zu richten.
Ich denke dabei zum Beispiel an einen Windpark im nördlichen Saminatal. Jeder weiss, dass der Steg eine windzügige Gegend ist. Meines Wissens sind die Windverhältnisse dort durch die meteorologische Messstation beim Stausee Steg bereits über viele Jahre erfasst und könnten zu einer energetischen Beurteilung Aufschluss geben. In das nördliche Saminatal führen drei gut befahrbare Wege. Einer davon entlang des Saminabaches bis zum LKW-Pumpwerk Rietern. Der zweite an der östlichen Bergflanke ins Valorsch und der dritte an der westlichen Bergflanke bis nach Säss. Eine Mittelspannungs-Kabelleitung, welche die Energie eines Windparks abführen könnte sowie ein Glasfaserkabel zur Fernüberwachung und Bedienung der Anlage sind bereits bis zum LKW-Pumpwerk Rietern vorhanden. Das nördliche Saminatal liegt weit weg von bewohntem Gebiet und das Geräusch und der blinkende Schattenwurf der Windräder würde die Wohnbevölkerung nicht tangieren. Ich denke, das wären gute Voraussetzungen, die eine Machbarkeitsstudie mit einer Umweltverträglichkeitsbeurteilung rechtfertigen würden.

Walter Marxer,
Hub 32, Eschen

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