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Leserbrief

Chance vertan

Reinhard Walser,Bartlegrosch 38, Vaduz | 4. Februar 2017

«Haus des Sports»

Der LOSV ist gemäss Information im «Vaterland» vom vergangenen Freitag auf der Suche nach einem neuen Standort für ein «Haus des Sports». Er möchte sich irgendwo einmieten. Als ehemaliger Pionier für ein eigenes «Haus des Sports» soll ein kleiner Rückblick erlaubt sein.
Wir Liechtensteiner haben eine Riesenchance verpasst. Wir haben es verpasst, ein «Haus des Sports» praktisch «geschenkt» zu bekommen. Der Versuch des LOSV, ein «Haus des Sport» zu bauen, scheiterte über Jahrzehnte – seit den 1980er-Jahren – an der politischen Realisierung. Als die Uefa dann 2008 ein Projekt für Infrastruktur-Projekte für die einzelnen Fussballverbände auflegte, wollten wir, der Vorstand des Liechtensteiner Fussballverbandes, in Vaduz ein technisches Zentrum inklusive einem «Haus des Sports» bauen.
Zusammen mit einem renommierten Architekturbüro habe ich verschiedene Projekte initiiert und gemeinsam mit Leo Kranz (LOSV), dem damaligen Regierungschef Klaus Tschütscher und dem Vaduzer Bürgermeister Ewald Ospelt diskutiert und entwickelt. Wir standen kurz vor der Realisierung. Die politischen Gespräche verliefen Erfolgversprechend und die Finanzierung war gesichert. Das gesamtsportliche Projekt wurde von den Verantwortlichen der Uefa genehmigt.
Der LFV hätte innerhalb des Rheinpark-Stadions zwei Spielfelder, mehrere Umkleide-Kabinen und den Ausbau der VIP-Räume bekommen. Im geplanten Haus des Sports (hinter der Südtribüne) wäre ein Gebäudetrakt mit genügend Raum für den LOSV und seine Verbände entstanden, ebenso Medien- und Veranstaltungsräume für den Fussballverband und den liechtensteinischen Sport. Das finanzielle Volumen lag bei circa acht Millionen Franken. Dank extrem grosszügiger Unterstützung durch die Uefa wäre der Liechtensteiner Fussballverband in der Lage gewesen, diese Kosten zu stemmen und einen Grossteil des Hauses zu günstigen Konditionen an den LOSV zu vermieten.
Es wäre ein zukunftsweisendes Projekt gewesen: ein einmaliger Gewinn für den Sport und den Fussball in Liechtenstein – optimal gelegen, in der Mitte des Landes mit ausreichend Parkplätzen. Vaduz hätte ein einmaliges Sportzentrum bekommen.
Die damaligen Präsidenten der Fussballvereine mit den Protagonisten Horst Zech und Albin Johann sahen das anders. Sie wollten, dass ab 2012 Matthias Voigt den LFV führe und das Projekt vorantreibe. Dieser hatte allerdings andere Interessen, sodass das ganze Projekt – wie manche andere – versandete. Die damaligen Vereinspräsidenten haben mit ihrer Entscheidung dem Fussball und dem liechtensteini-schen Sport einen Bärendienst erwiesen. Dass man das Projekt nicht mit Leidenschaft und Nachdruck vorantrieb, ist nur schwer nachvollziehbar. Eine eimalige Chance wurde vertan. Leider.

Reinhard Walser,
Bartlegrosch 38, Vaduz

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