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Leserbrief

Replik auf Forumsbeitrag des VCL zur S-Bahn «FL-A-CH».

Othmar Züger, DU-Landtagskandidat, Aeulegraben 32, Triesen | 27. Januar 2017

Verkehrsplanung

Der DU-Landtagskandidat Othmar Züger ist ein intensiver Nutzer des öffentlichen Bus-Verkehrs in Liechtenstein, für den Arbeitsweg fast ausschliesslich, in der Freizeit öfter, falls die Wetterbedingungen oder Umstände dem Fahrrad abträglich sind. Wenn angebracht, benutzt er aber natürlich auch das Auto. Zum Thema der projektierten S-Bahn «FL–A–CH» weiss er auch, dass heute schon in Stosszeiten morgens und abends in einem teilweisen Halbstundentakt moderne Regionalzüge zwischen Feldkirch und Buchs je fünf Mal in jede Richtung verkehren. Verkehrszählungen hatten ergeben, dass kaum mehr als 100 Personen diese Züge zur Fahrt zum Arbeitsplatz und zurück verwenden, obwohl heute schon gute Anschlüsse zu den LIEmobil-Bussen in Nendeln und am Knotenpunkt in Schaan bestehen. Mit der als «visionär» bezeichneten S-Bahn «FL–A–CH» soll die Eisenbahnstrecke Feldkirch-Buchs ausgebaut und danach ein voller Halbstundentakt von frühmorgens bis spätabends realisiert werden. Gemäss Verkehrs-Club Liechtenstein (VCL) und anderen Verfechtern dieser S-Bahn «FL–A–CH» sollen danach die Benutzerzahlen geradezu explodieren, man gibt vor zu glauben, beraten von «Verkehrsexperten», dass bis zur Hälfte der circa 9000 Pendlerinnen und Pendler aus Feldkirch und circa 1000 aus Buchs diese S-Bahn für ihren Arbeitsweg in Betracht ziehen werden. Das würde eine Steigerung der Nutzerzahlen um sage und schreibe weit mehr als das Zehnfache, ja sogar bis zu das Fünfzigfache bedeuten, und das allein wegen eines vollständigen Halbstundentaktes, vom heute schon bestehenden teilweisen Halbstundentakt in Stosszeiten. Ob sich da nicht die «Vision» der S-Bahn «FL–A–CH» mit einer für unsere eher ländliche Region realitätsfremden «Illusion» von einer Nutzung des öffentlichen Verkehrs (ÖV) wie in dichtbesiedelten Grossstädten gepaart hat? Als langjähriger Benützer des ÖV weiss ich, dass bei alleinigem Vorhandensein eines Taktes sich der regelmässige Nutzer auf diesen Takt gedanklich einstellt, selbst wenn dieser Takt nicht ganz regelmässig ist. Er fühlt sich nur in Ausnahmen durch Umstände (Besorgungen oder abweichende Arbeitszeit, etc) behindert, wenn er die üblichen Verbindungen nicht nutzen kann. Mit meist möglicher Umplanung kann aber auch das ohne grosse Einschränkungen zufriedenstellend gemeistert werden. Wenn heute kaum mehr als 1 Prozent der Pendler die vorhandene Regionalbahn in Stosszeiten nutzen, wieso sollen plötzlich bis zu 50 Mal mehr sich auf ein für ihren tatsächlichen Bedarf nur etwas besseres Angebot stürzen?

Othmar Züger, DU-Landtagskandidat, Aeulegraben 32, Triesen

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