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Leserbrief

Infraschall von Windkraftanlagen als Gesundheitsgefahr

Patrick Wille,Elgagass, 9 Balzers | 25. Januar 2017

Wir haben einen neuen Flyer erhalten zum Thema Infraschall als Gesundheitsgefahr. Hier wird eingehend gewarnt, dass ein «wichtiger» Teil der Balzner Bevölkerung durch diese Bedrohung gefährdet ist. Sofort stellte ich mir die Frage, wer denn der «unwichtige» Teil ist – und musste das weiterlesen. Ich stimme zu, dass Windkraftanlagen Infraschall erzeugen. Aber wo liegt das Problem dabei? Auf die möglichen Schäden wird offensichtlich von einer «zunehmenden Anzahl von Wissenschaftlern» und «durch neuere Untersuchungen» hingewiesen. Die genannten Schäden können genauso gut mit Stress, Elektrosmog, etc. in Verbindung gebracht werden, eine Kausalität gibt es nicht. Es wird gefordert, das Gegenteil zu beweisen, was unmöglich ist. Nun es gibt viele Studien zum Einfluss von hochfrequenten Strahlungen durch Funknetze oder WLAN, und denen sind doch die «wichtigen» Mitbürger ganz besonders ausgesetzt? Wurde hier bewiesen, dass diese keine negativen Einflüsse haben? Bewiesen ist allerdings, dass Radioaktivität nicht gesund ist, dass der Rückbau von AKWs Unsummen von Geld verschlingt, dass sich die Erde erwärmt und wir klimatischen Extremen ausgesetzt sein werden. Es wird darauf hingewiesen, dass von naturwissenschaftlicher Seite ein Mindestabstand von etwa 2,5 Kilometern gefordert wird.
Ich arbeite als Naturwissenschaftler mit seriösen Studien, diese Argumentation gehört mir eher in das Feld der Statuten von einer Sekte. Es steht da in der Tat geschrieben, dass «Einrichtung und Betrieb der Anlagen nur zulässig sind, wenn diese ausserhalb der Sichtweite von Wohngebieten liegen». Was hat denn Infraschall mit Sichtweite zu tun, vor allem dann, wenn man sich doch um die Natur (Wildtiere, etc.) kümmert und sich plötzlich als Naturschützer outet?
Es geht bei der anstehenden Abstimmung darum, ob dieses Projekt weiterverfolgt werden soll oder nicht. Es ist kein Ja für den Bau dieser Anlage. Es ist eine Abstimmung darüber, ob es weitere Untersuchungen zur Verträglich- und Machbarkeit geben soll.
Das einzige akzeptable Gegenargument ist die Veränderung des Dorfbilds, aber diese Anlage kann jederzeit rückgebaut werden. Es droht in der Tat «Gefahr für Balzers». Die Gefahr liegt in der Chance, dass sich Balzers als innovative und zukunftsorientierte Gemeinde profiliert.

Patrick Wille,
Elgagass, 9 Balzers

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