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Leserbrief

S-Bahn und Fahrradbrücken

Othmar Züger,DU-Landtagskandidat,Auelegraben 32, Triesen | 24. Januar 2017

S-Bahn «FL–A–CH»

Was haben diese beiden Themen miteinander zu tun? Sachlich nichts, würde man denken. Dem ist aber nicht so, wie man aus dem Interview-Beitrag zum Agglomerationsprogramm der Schweiz in der letzten «Liewo» entnehmen kann. Mit diesem Programm werden primär Infrastrukturprojekte für den öffentlichen Verkehr (ÖV) wie Umbauten bei Bahnhöfen im Raum Salez bis Sargans und Massnahmen zum Fahrrad- und Fussverkehr gefördert. Die Projekte werden zu 35–50 Prozent mit Geldern aus Bundes-Bern bezuschusst, die übrigen 50–65 Prozent müssen sich der Kanton St. Gallen und die Gemeinden teilen, bei grenzüberschreitenden Projekten kommen das Land und die anstossenden Gemeinden in Liechtenstein dazu. Dieses Programm mit enger Zusammenarbeit mit der Schweiz ist aus Liechtensteiner Sicht grundsätzlich nur zu begrüssen.
Nun sind aber laut Interview bisher erst 300 00 Franken von den 8 Millionen Franken Bundesgeldern geflossen, und das aktuelle Programm läuft Ende 2018 aus. Neben den Umbauten der Bahnhöfe Buchs und Sargans soll nun auch noch eine (notwendige?) Fahrradbrücke zwischen Buchs-Burgerau und Schaan «mit Hochdruck» gebaut werden. Offenbar scheint mehr als genügend Geld aus Bern vorhanden zu sein, denn diese Brücke darf nun mit 4,8 Millionen Franken fast 40 % mehr kosten als bisher angenommen «nur» 3,5 Millionen Franken, abgeschätzt aus der Dampfleitung-Brücke bei der Verbrennungsanlage in Buchs. Diese fast 40 % Mehrkosten betreffen natürlich auch den Liechtensteiner Anteil.
Die S-Bahn «FL–A–CH», bezeichnet als «Quantensprung» des öffentlichen Pendlerverkehrs zwischen Feldkirch und Buchs, sei von wesentlicher Bedeutung für das Programm, könne aber nur am Rande auf Bundesgelder zählen. Trotzdem fiel die Aussage, dass bei Ablehnung der S-Bahn «FL–A–CH» «die Agglomeration früher oder später vom Bund bestraft werde, d. h. es werde bei nächsten Prüfungen eines Agglomerations-Programms negative Folgen haben». Zukünftige Geldsegen aus Bern hängen also davon ab, ob Liechtenstein mehr als 50 Millionen Franken in eine S-Bahn «FL–A–CH» steckt. «Kommt die S-Bahn nicht, steht man mit Bussen im Stau», wird im Interview gesagt. Dass der weitaus grösste Teil des Unterlands mit ÖV nur mit Bussen erreicht wird und nicht mit dieser S-Bahn, und dass die heute geplante S-Bahn realistisch kaum eine spürbare Entlastung bei einem der Verkehrsprobleme in Liechtenstein bringen kann, wird hingegen verschwiegen. Nun, Liechtenstein kann die angedrohte «Strafe», sich an keinen weiteren Fahrradbrücken über den Rhein beteiligen zu können, wohl ohne «bleibende Schäden» ertragen.

Othmar Züger,
DU-Landtagskandidat,
Auelegraben 32, Triesen

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