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Leserbrief

Revitalisierung Alpenrhein

Werner Steiner,Im Gafos 21, Schaan | 24. Januar 2017

«Balzner Neujahrsblätter»

Seit Jahren wird in den Medien das Thema «Revitalisierung Alpenrhein» diskutiert. Meist zustimmende, aber auch ablehnende Beiträge und Leserbriefe beleuchten das Thema von verschiedenen Seiten. In den «Balzner Neujahrsblättern» 2017 ist ein Beitrag mit dem Titel «Ausweitung des Rheines bei Balzers? – ein Diskussionsbeitrag» erschienen, der einer Antwort bedarf.
Auf insgesamt 10 Seiten wird einerseits dargelegt, wie gross die heutigen Defizite sind und andererseits werden die positiven Aspekte einer Rheinaufweitung als grosser Vorteil dargestellt. Es liegt mir fern, hier generell für oder gegen Rheinaufweitungen Stellung zu nehmen. Es darf jedoch nicht sein, dass bei einem Beitrag dieser Grösse, in welchem über Neuorganisation des Raumes, Gewässermorphologie, Landschaft, Ökologie, Flora und Fauna etc. berichtet wird, mit keinem Wort das dort bestehende Grundwasserpumpwerk erwähnt wird. Die dargestellte Rheinaufweitung liegt genau in der rechtskräftig ausgeschiedenen Schutzzone für das bestehende Grundwasserpumpwerk Rheinau und das danebenliegende Schutzareal (Liechtensteinisches Landesgesetzblatt Nr. 49, Verordnung zum Schutze des Grundwasserpumpwerkes «Rheinau» der Gemeinde Balzers). Eine Verschweigung dieses Tatbestandes empfinde ich als äusserst unfair gegenüber den Herausgebern der «Neujahrsblätter», gegenüber der Gemeinde Balzers und den interessierten Lesern.
Als Projektant der Wasserzuleitung Äule Häg möchte ich auch den Satz, Zitat, «Die Balzner Giessen werden heute nicht mehr von Grundwasser gespeist, sondern von Oberflächenwasser des Rheins, das über eine Rohrleitung von Ellhorn bis ins Äule Häg geführt wird», ins richtige Licht stellen.
Es stimmt nicht, dass Oberflächenwasser des Rheins in den Giessen geleitet wird. Richtig ist, dass oberhalb der Ellhornschwelle, circa 3 Meter unter der Rheinsohle, gefasstes Grundwasser zugeleitet wird. Dieses weist meistens beinahe Trinkwasserqualität auf, ausser wenn während eines Rheinhochwassers die Rheinsohle umgelagert wird. Das Land Liechtenstein und die Gemeinde Balzers haben damals die grossen finanziellen Aufwendungen nicht gescheut, die erforderlich sind, um den Giessen sauberes Wasser, in freiem Gefälle, zuzuleiten.
Zurück zur Revitalisierung des Alpenrheins. Gemäss dem Entwicklungskonzept Alpenrhein soll der Rhein an verschiedenen Stellen aufgeweitet werden. Diese Aufweitungen stehen jedoch von Balzers bis Ruggell im Interessenkonflikt mit unserer Wasserversorgung, sind doch die Schutzzonen der bestehenden Grundwasserpumpwerke sowie die Schutzareale für die zukünftigen Pumpwerkstandorte betroffen.
Im Landesrichtplan 2012, Ergänzungsplan Gefahren und Gewässer, sind die Anliegen des Entwicklungskonzeptes Alpenrhein festgehalten als: «Massnahmen Revitalisierung Alpenrhein» und «Potentielles Revitalisierungsgebiet Alpenrhein». Von den im Richtplan festgehaltenen Gebieten «Massnahmen Revitalisierung Alpenrhein» sind insbesondere die Bereiche Pumpwerk Rheinau Balzers und Schutzareal Neufeld Vaduz betroffen. Alle übrigen Grundwasserpumpwerke und Schutzareale sind vom sogenannten Gebiet «Potenzielles Revitalisierungsgebiet Alpenrhein» betroffen.
Bei der Diskussion über Aufweitungen des Alpenrheins sind die Bedürfnisse der Wasserversorgung erstrangig zu berücksichtigen. Insbesondere ist zu gewährleisten, dass die vorhandenen Grundwasservorkommen in Qualität und Menge erhalten bleiben.

Werner Steiner,
Im Gafos 21, Schaan

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