Leserbrief

Mehr als ein Pyrrhussieg

Ruth Schöb,Auring 57, Vaduz | 20. Januar 2017

Das KVG wurde nie von der Ärztekammer umgangen, wie Parteien propagieren, es wurde vom Gesundheitsminister nach der Abstimmung etwas «umfunktioniert». Noch ging es um «Narrenfreiheit der Ärztekammer», wie trivial eine Landtagskandidatin sich äusserte. Es war auch nie Wunschkonzert derselben und auch kein Erpressungsversuch. Sogar der beschämend tiefe Taxwertpunkt von 83 Rappen wurde hingenommen. (Mittelwert der Schweiz 89 Rappen). Liechtenstein stimmte vor einem Jahr für einen «Tarmed Schweiz» und nicht für einen veränderten «Tarmed Pedrazzini». Der Teufel steckte im Detail, verklausuliert im Juristenjargon.
Der Gesellschaftsminister präsentierte nach der Abstimmung plötzlich eine Version der Verordnung, die es dem Staat erlaubt hätte, massiv in die Arbeitszeiten und ärztlichen Behandlungsmöglichkeiten einzugreifen, mit gravierenden Folgen für die Patienten. Diese «Aktion Pedrazzini» wäre vom neuen Landtag deutlich zu hinterfragen!
Ich, als Patientin, gratuliere und danke der Ärztekammerpräsidentin, Frau Dr. Ruth Kranz und dem gesamten Vorstand für die äusserst wichtigen, zähen Verhandlungen mit der Regierung über die zwei Zusatzverordnungen zum KVV.
Trotz Diffamierungen, weit unter der Gürtellinie, Respektlosigkeiten, Falschmeldungen, Medienmanipulationen, Neidäusserungen und erheblicher Unwissenheit in der Bevölkerung blieben die Ärzte standhaft. Dies verlangte in den letzten Monaten, Wochen, Tagen der Kammerpräsidentin und dem Vorstand im laufenden Berufsalltag alles ab. Durch die jetzt geänderte Zusatzverordnung sind zukünftig Arzt und Patient vor staatlichen Interventionen geschützt. Liechtenstein könnte dankbar sein für das privilegierte Gesundheitssystem, nicht zuletzt basierend auf einer engagierten, couragierten Ärztekammerpräsidentin. Eine starke Frau an der Spitze und keine kuschende Marionette benötigt das «kranke» Gesundheitswesen auch zukünftig mehr denn je.
Um allen eventuellen Falschverdächtigungen zuvorzukommen, ich bin weder instrumentalisiert, noch Beauftragte der Ärztekammer.
Es sind lediglich meine Überlegungen als aufgeklärte, parteiunabhängige Liechtensteinerin und Patientin. Meine Erfahrungen mit dem Berufsstand der Ärzte ist eine von Gewissenhaftigkeit, Vertrauen, Compliance, Ethik und Empathie geprägte. Mitfühlende Ärzte/-innen, die zu jeder Tages- oder Nachtzeit ihrem Gewissen und Können verpflichtet, dem Patienten zur Verfügung stehen. Traurig, dass teilweise Politik und Bevölkerung mit Häme, Neid und Dummdreistigkeit brillieren.


Ruth Schöb,
Auring 57, Vaduz

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