Leserbrief

Von mündigen Patienten und Kostenwahrheit

Willy Marxer,Schwarze Strasse 4, Eschen | 24. Dezember 2016

Wie bereits kurz angedacht, wäre es sicher kein Fehler gewesen, den Patienten die Arzt- und Spitalrechnungen künftig direkt zu schicken, d. h., bevor die Krankenkassa sie bearbeitet und bezahlt. Dies zur Nachprüfung von «Lieferung und Leistung» auch aus Sicht des Patienten. Und wer weiss, auch als möglicher Beitrag zu mehr Transparenz und Kostenwahrheit.
Alle reden derzeit von Patientenwohl. Von mündigen Patienten höre ich schon lange. Bin ich aber tatsächlich ein mündiger Patient, wenn ich nicht automatisch Einsicht zur Kostenkontrolle erhalte und die Arzt- bzw. Spitalrechnungen – wie eh und je an mir vorbei – direkt an die Krankenkassa gehen?
Genau so hat es aber laut Frau Dr. Kranz-Candrian im «Liechtensteiner Vaterland» vom 22. Dezember die Ärztekammer ihren Mitgliedern empfohlen. Und so wird es jetzt anscheinend auch durchgeführt. «Damit möchte die Ärzteschaft», wie Frau Dr. Kranz-Candrian weiter ausführte, «die Situation aus Patientensicht entschärfen». Entschärfen? Tut sie das damit? Nein! Jedenfalls die steigenden Prämien zu entschärfen hat Frau Dr. Kranz-Candrian damit wohl nicht im Sinn. Mehr Transparenz und Kostenwahrheit sicher auch nicht. Eher die Art der Rechnungskontrolle jetzt und in Zukunft. Die soll wohl so bleiben wie bisher, nämlich ohne Einmischung des Patienten. Meines Erachtens aber gehört ein Patient sogar gesetzlich verpflichtet, an ihm durchgeführte bzw. in Rechnung gestellte Behandlungsmassnahmen bestmöglich nachzuprüfen und zu bestätigen. Nun – man ahnt es bereits: So was liegt eher nicht im Interesse der Ärztekammer.

Willy Marxer,
Schwarze Strasse 4, Eschen

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