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Leserbrief

Volk wird missbraucht, um Stimmung zu machen

Lorenz Frick,Gamprin | 22. Dezember 2016

Das Rundschreiben der Ärztekammer vom 15. Dezember 2016 – ohne Unterschrift – ist mir sauer aufgestossen und hat mich bewegt, die nachstehenden Zeilen zu Papier zu bringen:
Unter der derzeitigen Ärztekammerpräsidentin versucht diese Organisation wiederholt, die Tatsachen zu verdrehen. An Gesprächen mit und auf Einladung von Gesundheitsminister Dr. Mauro Pedrazzini hat sie anscheinend seit längerer Zeit nicht teilgenommen. Nach dem Beschluss des Landtages, den Tarmed einzuführen, wird nun das Volk missbraucht, um Stimmung zu machen und die Angst zu schüren, dass im neuen Jahr das Gesundheitswesen bezüglich der Abrechnungen nicht mehr funktionieren wird.
Ich finde es sehr schade, dass es offenbar vielen Ärzten nur um den eigenen Geldbeutel geht. Ein kleiner Vergleich mit unserem direkten Nachbarn St. Gallen zeichnet ein deutliches Bild:
? Bei den Kosten liegt FL aus diversen Gründen höher;
? Bei den Steuern hat der Kanton SG das Nachsehen. Die sogenannten «Ärzte-AGs» erlauben ganz beachtliche Steueroptimierungen und Optimierungen bei der Abgabe von Sozialversicherungsbeiträgen;
? Bei den Medikamenten sichern sich diverse Ärzte mit ihren eigenen Hausapotheken ein beachtliches Zusatzeinkommen.
Gesamthaft gesehen ist die Einkommenssituation der in Liechtenstein tätigen Ärzte sicher vorteilhafter als in anderen Ländern.
Letztlich stelle ich mir die Frage, wie viele Ärzte nicht hinter dem Vorgehen ihres Präsidiums stehen können. Ich ermuntere alle diese vernünftigen Ärzte dazu, nicht länger zu schweigen und an die Öffentlichkeit zu treten. So kann sich jeder Einwohner selbst entscheiden, ob er bei seinem Arzt bleiben will oder vielleicht zu einem neuen Arzt wechseln möchte, der den Volksentscheid und das Gesetz respektiert.
Unter den gegebenen Umständen kann ich nicht erkennen, dass es das oberste Gebot oder Ziel der Ärztekammer ist, für das stete Wohl des Volkes und der kranken Menschen besorgt zu sein. Da scheint mir, dass ein gesichertes Einkommen auf stets hohem und höchstem Niveau wohl im Vordergrund steht. Somit wird jungen, nachkommenden Ärzten im FL, die eine Zukunft mit humaneren Abrechnungstarifen sehen würden, verhindert und verwehrt.
Letztendlich hoffe ich, dass das von Landtag und Bevölkerung beschlossene Gesetz durchgezogen wird und das Volk und dessen Vertreter im Landtag letztendlich aufgrund des Ärztekammerrundschreibens nicht wieder einknicken.
Somit wünsche ich allen Lesern eine gesegnete Weihnacht und frohe Festtage.

Lorenz Frick,
Gamprin

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