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Leserbrief

Wahlkampf und Fakten

Verkehrs-Club Liechtenstein (VCL) | 21. Dezember 2016

Verkehrswesen

Zum wiederholten Mal macht der Landtagsabgeordnete und -kandidat Johannes Kaiser verkehrspolitische Aussagen, die der VCL in einem persönlichen Schreiben an ihn am 13. November 2016 richtig gestellt hat. Dies mit einem Gesprächsangebot. Leider ohne Reaktion. Deshalb diese Richtigstellung.
Der durchschnittliche Tagesverkehr (DTV) in Schaanwald beträgt laut der 2015-Strassenverkehrszählung 11 449 Fahrzeuge. Ja, das ist viel. Besonders wegen des hohen Schwerverkehrsanteils (SV) von 5,7 Prozent. Zum Vergleich andere Strecken, bei denen die Wohnbevölkerung noch stärker belastet wird: Eschen-Bendern 15 021 mit 5,0 Prozent SV, Vaduz-Mühleholz 14 931 mit 2,4 Prozent SV, Vaduz-Spania 13 730 mit 3,5 Prozent SV. Die Rheinbrücken mit einem durchschnittlichen Tagesverkehr bis zu 17 000 haben kritische Werte erreicht. Der Erreichbarkeit von der Schweizer Seite her muss daher besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.
Die geplante Rheinbrücke für den Fuss- und Radverkehr kostet total 1,7 Millionen Franken für die Gemeinde Vaduz und das Land zusammen. Der grössere Teil der Kosten wird von der Schweizer Seite getragen. Es ist daher nicht legitim, die Gesamtkosten dieses Projekts mit denjenigen für die Umfahrung Zuschg zu vergleichen. Gemäss Schätzung kann für die Brücke Räfis–Vaduz mit etwa 600 Radfahrenden pro Werktag gerechnet werden; gleich viele wie heute die Energie­brücke Schaan befahren. Sie entlasten unsere Strassen. Mit dieser Brücke sollen in erster Linie Berufspendler zum Umsteigen auf das Fahrrad bewegt werden; sie ist auch ein Gewinn für den Freizeitverkehr.
Der VCL befürwortet die Umfahrung Zuschg mit einer Zentrumsgestaltung. Allerdings ist die Umfahrung nur gerechtfertigt, wenn der Bus via neues Zentrum geführt wird und so mit dem Projekt eine effiziente Busbevorzugung realisiert wird. Leider war die Gemeinde Mauren nicht bereit, auf die Vorschläge des VCL und auch eines Ingenieurbüros einzutreten. Somit ist das vorliegende Projekt mit Kosten von 5 bis 7 Millionen Franken (RR Amann-Marxer) nicht optimal und kann ohne Mehrkosten wesentlich verbessert werden.
Für eine enkeltaugliche Entwicklung muss die Politik den Mut haben, Prioritäten zu setzen. Die Reduktion des Pendler-Autoverkehrs im Modalsplit der Wege kann durch gezielte Förderung des Fussverkehrs und Radverkehrs sowie wirksame Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs erreicht werden. Um eine grosse Entlastung der Bevölkerung vom Verkehr zu erreichen, brauchen wir die S-Bahn FL–A–CH und Betriebliches Mobilitätsmanagement der Arbeitgeber.

Verkehrs-Club Liechtenstein (VCL)

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