Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Akteneinsicht fordern statt Stellungnahmen abgeben

Pio Schurti,Feldstrasse 100, Triesen | 21. Dezember 2016

Deponie Ställa

Der Schaaner Gemeinderat behauptete in seiner Stellungnahme vom 3. Dezember zum Radio-L-Interview mit mir vom 22. November, dass er sich «aufgrund inhaltlich falscher Äusserungen» von mir zu einer Stellungnahme veranlasst gesehen habe und dass ich, was die verbotene Anlieferung von unzulässigem Material betrifft, nicht den «Stein nicht ins Rollen gebracht» hätte und dass weder die Verantwortlichen der Gemeinde noch der Schaaner Gemeinderat meine Unterstützung brauchen würden.
Ich habe nie behauptet, ich hätte «den Stein ins Rollen gebracht». Diese Formulierung wurde von der Moderatorin von Radio L verwendet, aber auch sie hat damit nicht gesagt, dass ich die Untersuchungen betreffend den unrechtmässig angelieferten, kontaminierten Dreck auf der Deponie Ställa angestossen hätte. Ich habe lediglich einige Tatsachen festgestellt und ein paar Fragen gestellt. Diese waren inhaltlich nicht falsch, sonst wären sie dementiert worden.
In meinem Leserbrief vom 22. Oktober hatte ich nämlich festgehalten, dass auf der Deponie Ställa «lastwagenweise verseuchter Dreck in der Nacht verstreut worden sei». Weiter habe ich mir erlaubt zu fragen, ob und von wem auf der Deponie Ställa chemisch verunreinigter Dreck angeliefert worden sei, ob auch Dreck aus dem Ausland angenommen werde, und wenn ja, woher?
Am 22. November war in der Presse zu lesen, dass tatsächlich 50 Lastwagen voll «nicht zugelassenen» Materials auf dem benachbarten Kieswerk angenommen und davon 20 LKW-Ladungen ohne abfallrechtliche Bewilligung auf die Deponie ausgelagert worden seien. Es wurde weder dementiert, dass diese «Auslagerung auf die Deponie» bei Nacht erfolgt sei, noch, dass der Dreck aus dem Ausland stammte. Im Gegenteil, der Vorsteher erklärte, die Abklärungen hätten so lange gedauert (seit Mitte August), weil mehrere Personen einvernommen und Abklärungen mit Schweizer Behörden getätigt werden mussten.
Meine eigenen Recherchen haben inzwischen ergeben, dass der nicht zugelassene Dreck aus dem Kanton Schwyz stammen soll. Ich habe auch erfahren, dass es praktisch unmöglich sei, quasi aus Versehen 50 oder 20 Lastwagen voll unzulässigen Dreck anzunehmen. Bei so grossen Mengen werde normalerweise im Voraus die Bewilligung zur Ablagerung eingeholt.
Wie gesagt: Ich habe nie geglaubt, den Schaaner Gemeinderat «unterstützen» zu müssen, erlaube mir aber jetzt doch einen Tipp: Anstatt kuriose Stellungnahmen zu Radio-Interviews unterschreiben, komplette Akteneinsicht fordern. Da dürfte noch einiges zutage kommen.


Pio Schurti,
Feldstrasse 100, Triesen

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung