Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Eigener Strom für Balzner Haushalte?

Heinzpeter Vogt, Palduinstrasse 33, Balzers | 21. Dezember 2016

Windkraftanlage And

Die Überschrift des Leserbriefes der Projektgruppe suggeriert, dass auf And eigener Strom produziert würde. Der Strom wird in der Schweiz produziert, wird in der Schweiz abgerechnet, allfällige Steuern flies­sen nach Graubünden, die Gutschriften zur Erreichung der angestrebten Klimaziele werden der Schweiz gut geschrieben. Die Einspeisung ins Balzner Netz erfolgt nur aus einem Grund – aus wirtschaftlichen Überlegungen. Das Umspannwerk in Neugrüt wird direkt mit Strom aus der Schweiz gespiesen (Kabelverbindung von der Wartau direkt nach Balzers). Kein Mensch käme auf den Gedanken, hier von Balzner Strom zu reden, obwohl es sich faktisch um die genau gleiche Situation handelt! Von Balzner Strom kann keine Rede sein. Was uns Balznern bleibt sind: Lärm, Infraschall, Schattenwurf, Brandgefahr, tote Vögel, Zerstörung der intakten Landschaft und Beeinträchtigung unseres einmaligen Dorfbildes. Allenfalls beim Bau der Anlage könnten Balzner Unternehmer (Transport, Bau-, Elektro- und Ingenieurarbeiten) zum Zuge kommen. Das war es dann schon!
Weiter behauptet die Projektgruppe, dass Windkraftanlagen erwiesenermassen keinen Einfluss auf die Gesundheit hätten. Erwiesen ist dann etwas, wenn glasklare Beweise erbracht werden können. Bisher hat es die Gruppe unterlassen, diese Beweise zu liefern. Tatsache ist, dass immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen zum Schluss kommen, dass Infraschall (nicht hörbarer Lärm) gesundheitsschädigend ist. Das geht soweit, dass z. B. Dänemark die geplanten Windkraftanlagen auf Eis gelegt hat, um diese Thematik vertieft zur erforschen. Infraschall ist bis zu 10 km Entfernung messbar. Alle neuen Studien empfehlen, Windkraftanlagen mindestens 2 bis 4 km entfernt vom Siedlungsraum zu errichten. Die geplante Windkraftanlage stünde 500 (1. Rad) bzw. 800 (2. Rad) Meter entfernt vom Dorfrand. Im Klartext bedeutet das, dass der Infraschall der geplanten Anlage bis in den Bereich Höfle, Heiligwies usw. schädlich wirksam sein könnte. Alte Menschen und Kinder leiden am meisten unter den schädlichen Einwirkungen von Infraschall.
Weiter wird suggeriert, dass das Projekt vom Schweizer Fördersystem profitiere. Bis zur Stunde liegt keine Zusage einer Förderung vor. Gemäss Bericht des Schweizer Bundesrates vom Juni 2016, welcher diese Thematik behandelt, wird festgehalten: «Von Projekten, die bereits heute auf der Warteliste sind, können im besten Fall nur noch wenige in das Fördersystem aufgenommen werden.» Ich möchte es dem Leser überlassen, was von der Informationspolitik der Planungsgruppe zu halten ist. Niemand hat das Recht, weder aus ideologischen noch wirtschaftlichen Gründen, einen erheblichen Teil der Balzner Bevölkerung gesundheitsschädigendem Infraschall auszuliefern. Nicht nur Atomstrom ist abzulehnen – auch erneuerbare Energie darf die Gesundheit der Menschen nicht gefährden!

Heinzpeter Vogt,
Palduinstrasse 33, Balzers

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung