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Leserbrief

Würde und Ehre der Ärzte

Ruth Schöb,Auring 57, Vaduz | 17. Dezember 2016

Die Verordnung zum Gesetz ist derart gestaltet, dass die berufliche Freiheit, den Patienten so zu behandeln, wie es der zuständige Arzt zusammen mit dem Patienten für richtig hält, nicht mehr gegeben wäre.
Staatliche Eingriffe innerhalb der OKP-Verträge sind somit gerechtfertigt. Es geht um die berufliche Freiheit und Würde des Arztes. (Radio-L-Interview vom 16. Dezember mit Dr. Ruth Kranz)
Ich denke, der Bürger kann sich die Konsequenzen eines solchen staatlichen Eingriffs in die ärztliche Behandlung vorstellen und somit auch verstehen, warum die Ärzteschaft diesen Vertrag so nicht unterzeichnet. (Eben genau zum Wohle des Patienten!)
Es geht nicht um Geldgier, wie seit Jahren in schamloser Art und Weise von Politik und gewissen Kreisen immer wieder zu hören ist. Ich finde es entwürdigend, unanständig, ja primitiv, wie in den vergangenen Jahren die Ärzte in diesem Land kollektiv verunglimpft werden und kann der Ärztekammerpräsidentin nur recht geben, wenn sie sagt, es gehe um die berufliche Freiheit des Arztes und dessen Würde. Wo bleibt eine anständige Gesprächskultur? Wenn der Gesundheitsminister Pedrazzini allerdings den Ärzten vorwirft, dass sie sich bloss «mit fantasievollen Argumenten» vor dem Tarmed drücken wollen, sehe ich allerdings da keine würdevolle Gesprächskultur. (Zudem ist es inhaltlich falsch.) «Wenn sich die Ärzte nicht ans Gesetz halten wollen, dann müssen wir uns halt neue suchen, welche bereit sind, sich daran zu halten.» («Vaterland», 14. Dezember)
Ein Arzt ist nicht austauschbar wie eine nicht mehr funktionierende Waschmaschine. Die ärztliche Behandlung beruht auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen von Arzt und Patient. Dieses Vertrauen beinhaltet Würde und Ehre. Vielleicht müsste die Politik den Anfang machen, damit der Bürger endlich nachzieht.

Ruth Schöb,
Auring 57, Vaduz

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