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Leserbrief

Personelle Erneuerung sinnvoll

Leni und Hansjörg MarxerBödastrasse 15, Triesenberg | 16. Dezember 2016

Liebes Christkind: «Ich wünsche mir auf Weihnachten eine neue Ärztekammerpräsidentin.»
Es reicht: Ein Landtagsabgeordneter macht in einem laufenden Verfahren die Kammerpräsidentin als Ziel eines («vertraulichen»?) Wirtschaftlichkeitsverfahren unter Namensnennung bekannt. Ein Regierungsrat – er steht dem Ministerium für Gesellschaft vor und müsste die Gesellschaft eigentlich zusammenführen – stösst in das gleiche Horn. Eine Landeszeitung stellt Ruth Kranz in einer Schlagzeile auf das gleiche Niveau mit einem Kriminellen. Nun kommt der Regierungschef mit diesem «frommen» Weihnachtswunsch daher. Eine Gesinnungsgemeinschaft dieser Art ist an Geschmackslosigkeit wohl nicht mehr zu überbieten. Der Regierungschef hätte schon lange in Wahrnehmung seiner Führungsverantwortung den sich abzeichnenden Abbau der Gesundheitsversorgung stoppen müssen. Nichtwissen gilt nicht – der Regierungschef wurde von Seiten der Gesundheitsversorger mehrfach auf den unverantwortlichen Umbau eines bewährten Sozialversicherungs-Systems hingewiesen. Der zuständige Regierungsrat hat vier Jahre zur Verfügung gehabt, um mit den Betroffenen einen vernünftigen, tragfähigen Konsens zu finden. Er hat seine Vorstellungen sowohl an den Versicherten wie den Leistungserbringern vorbei durchgeboxt. Diese persönlichen Angriffe auf eine Person können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht eine einzelne Person, sondern die Gesamtheit der Ärzteschaft nicht länger zuschauen will, wie die von ihnen mit andern Fachgesellschaften zusammen aufgebaute Gesundheitsversorgung systematisch abgebaut wird. Die Ärzteschaft ist zudem Teil eines umfangreichen Netzes von Therapeuten und Pflegefachleuten, die sich für die Patienten einsetzen und als Dank pauschal dafür von der Politik verbal diskreditiert werden. Hoffentlich kommt bei den Verantwortlichen dieser «Chaos-Politik» der Krampus vorbei und bringt ihnen eine Rute (oder nimmt sie mit). Der Wunsch nach einer neuen Kammerpräsidentin bringt einen auf den Gedanken, dass eine personelle Erneuerung sehr wohl sinnvoll ist, allerdings in der politischen Führung. Dafür ist aber nicht das Christkind zuständig.

Leni und Hansjörg Marxer
Bödastrasse 15, Triesenberg

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