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Leserbrief

Ego vor Empathie

Carmen Sprenger-Lampert,Landstrasse 333, TriesenWeitere Leserbriefe: Seite 6 | 16. Dezember 2016

Im KVG-Kampf inklusive Wahlschlammschlacht bekommen die Versicherten einmal mehr eine schallende Ohrfeige. Als ob es nicht schon genug wäre, dass die Wähler im Wahlkampf anlässlich der KVG-Abstimmung unter anderem mit der Halbwahrheit, dass Chronischkranke vom Selbstbehalt weiterhin befreit bleiben, aufs Glatteis geführt wurden. Auch muss eine höhere Kostenbeteiligung in Kauf genommen werden. Und nun noch die Vorankündigung der Ärztekammer, dass ab dem 1. Januar 2017 die Rechnungen direkt an die Patienten verschickt werden. In der aktuellen Medienmitteilung der Ärztekammer vom 13. Dezember 2016 steht «Wir Ärzte haben einen Eid geschworen, dessen oberstes Ziel die Gesundheit unserer Patienten ist.» Doch macht der aktuelle Verlauf der Verhandlungen den Anschein, als wäre dieser Grundsatz in Bezug auf die psychische Gesundheit in Vergessenheit geraten. Dieser Entscheid löst patientenseitig beängstigende Gefühle aus. Man versetze sich beispielsweise in die Situation eines Krebspatienten, der auf ärztliche Behandlungen angewiesen ist. Wenn sich eine solche Person neben den ohnehin schon extremen körperlichen und psychischen Belastungen nun auch noch Sorgen um die Bezahlung der Arztrechnungen machen muss, da stelle ich in Frage, ob die Gesundheit der Patienten das oberste Ziel ist. Ein Ausweg aus der Misere wird in Form einer Tabula-Rasa-Aktion gesucht; die nicht direkt am Kampf beteiligte Partei, die Patienten, muss einmal mehr den Kopf für die Unfähigkeit zur Konfliktbewältigung herhalten. Es ist mir sehr wohl bewusst, dass für ein Kreuz zwei Latten benötigt werden und man sich nicht alles gefallen lassen muss. Doch dürfte man sich von gebildeten Menschen in führenden Positionen eine andere Form der Konfliktbewältigung erwarten; die nun gewählte ent pricht eher derjenigen eines Kleinkindes, welches stur verweigert. Leider ist es mir als Laie nicht mehr möglich, die unterschiedlichen Aussagen der verschiedenen Parteien gegeneinander zu werten. Ich wünsche mir, dass die Politiker den Mut haben, die Wahrheit zu kommunizieren, auch wenn diese ggfs. Nachteile mit sich bringt. Von den Entscheidungsträgern in den Gremien des öffentlichen Lebens und Institutionen wünsche ich mir eine geistig flexible Haltung und die Fähigkeit, das Ego auch einmal zurückzustellen. Bleibt zu hoffen, dass Weihnachten, die Zeit der Besinnung und Hoffnung, für Vernunft bei den beteiligten Parteien sorgt!

Carmen Sprenger-Lampert,
Landstrasse 333, Triesen
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