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Leserbrief

«Unser Friedhofs-reglement gilt für alle gleicherweise»

Leo Suter,St. Wolfgangstrasse 15b, Triesen | 6. Dezember 2016

Islamischer Friedhof

Dies ist die Aussage von Martin Laupper in einem Interview für die Zeitung «Südostschweiz» vom 20. Oktober. Die Gemeinde Glarus Nord hat sich vor kurzer Zeit entschieden, muslimische Gräber zu erstellen, und in diesen Tagen wird dieser Entscheid umgesetzt. Auch andere Gemeinden sind also mit derselben Frage konfrontiert, wie hier bei uns die Gemeinde Vaduz. Es lohnt sich daher, etwas über den Zaun hinauszuschauen. Das habe ich gemacht. Zahlen und Vergleiche zeigen gewiss nicht alles, aber gewisse Aussagen lassen sich klar herauslesen. Ich stelle also – mit allem Respekt unseren islamischen Mitbewohnern gegenüber – gewisse Vergleiche an und möchte damit zur laufenden Diskussion einen Beitrag leisten. (Quellen gerne auf Anfrage)
a) Zu den Proportionen des Friedhofs:
Im benachbarten Vorarlberg wohnen etwa 42 600 islamische Gläubige (2016); der islamische Friedhof Altach (2012) umfasst 8500 m2 und 700 Gräber. Im Kanton St. Gallen wohnen rund 69 000 islamische Bewohner (7,2 Prozent, 2015); die Stadt St. Gallen stellt ihnen innerhalb des Friedhofs Feldli einen Teil zur Verfügung (2014): Von drei Grabfeldern ist jetzt das erste Grabfeld im Umfang von 1300 m2 realisiert, besetzt sind erst ganz wenige Gräber. In Liechtenstein leben 1960 islamische Bewohner (2010); der im Vaduzer «Forst» geplante Friedhof umfasst 10 730 m2. Es zeigt sich klar, dass der geplante Friedhof «Im Forst» sehr grosszügig dimensioniert ist.
b) Das Konzept «ewige Grabesruhe»:
Meine Recherchen haben auch gezeigt, dass in keinem Kanton oder keiner Stadt der Schweiz die ewige Grabesruhe gewährleistet wird. Im Gegenteil wird immer wieder betont, dass die Reglemente von Kanton bzw. Stadt auch für die islamischen Friedhöfe ihre Gültigkeit haben. In etlichen Schweizer Kantonen ist noch kein islamischer Friedhof geplant (z. B. GR, SZ, beide Appenzell).
Es ist meine persönliche Meinung, dass auch die islamischen Mitbewohner über einen Friedhof verfügen müssen, der es erlaubt, ihre Verwandten und Freunde würdevoll und möglichst getreu den islamischen Ritualen zu bestatten. Allerdings denke ich, dass Kompromisse nötig sind in der Umsetzung. Trotz der auferlegten Kürze von Leserbriefen hoffe ich, dass dieser Leserbrief einen fruchtbaren Beitrag zur laufenden Debatte zu einem islamischen Friedhof bei uns darstellt. Damit schliesse ich meine Beiträge in der öffentlichen Leserbriefdiskussion ab.

Leo Suter,
St. Wolfgangstrasse 15b, Triesen

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