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Leserbrief

Welches Verkehrs-problem löst eine Fahrradbrücke über den Rhein?

Othmar Züger,Aeulegraben 32, Triesen | 1. Dezember 2016

Verkehrspolitik

Aktuell laufen Planungsarbeiten zu einer neuen Fahrrad- und Fussgängerbrücke über den Rhein im Grenzbereich Schaan-Vaduz nach Buchs. Diese voraussichtlich 4,8 Millionen Franken teure «Langsamverkehr»-Brücke soll laut Initianten Arbeitspendler von Buchs-Räfis und -Burgerau mit Arbeitsstellen in Schaan und Vaduz zum Umsteigen auf das Fahrrad als Verkehrsmittel anhalten. Neben anderem soll diese Brücke angeblich einen Beitrag zur Reduktion der Verkehrsüberlastungen der Strassenbrücken in Schaan und Vaduz in Stosszeiten leisten. Der Hauptanlass für dieses Fahrradbrückenprojekt ist aber kaum ein wirklich ausgewiesener Bedarf, sondern es wird vielmehr das auslaufende 3. Agglomerationsprogramm der Schweizerischen Eidgenossenschaft sein, dessen Gelder, gespeist aus Treibstoffabgaben des motorisierten Privatverkehrs, bis Ende 2018 auszugeben sind. Dieser Fonds soll rund 30 Prozent der Kosten der Brücke decken, die restlichen 3,4 Millionen Franken müssten sich der Kanton St. Gallen, die Gemeinde Buchs, das Land Liechtenstein und die Gemeinde Vaduz teilen. Den Anwohnern im Grenzbereich von Schaan und Vaduz wäre eine solche Brücke sicher zu gönnen, um in ihrer Freizeit noch einfach über den Rhein zu kommen. Es fragt sich allerdings, wie viele Arbeitspendler neu das Fahrrad benutzen werden, nur weil sie mit dieser Brücke einen etwas kürzeren Arbeitsweg hätten. Gemäss Verkehrserhebung gibt es aktuell knapp 1000 Pendler aus der Region Buchs, die in Schaan oder Vaduz arbeiten. Schaut man sich an, wo die Arbeitsplätze in Schaan und Vaduz hauptsächlich sind, liegen diese gar nicht im direkten Einzugsbereich dieser Brücke. Es hätten wohl nicht mehr als 10 bis 20 Prozent aller Pendler nach Schaan und Vaduz einen möglichen Vorteil davon. Nach Abzug aller Personen, die nicht mit dem Fahrrad kommen wollen oder aus verschiedenen Gründen nicht können und stattdessen mit öffentlichen und privaten Verkehrsmitteln kommen, bleiben realistisch kaum mehr als einige 10 Personen übrig, die bei annehmbaren Wetterbedingungen das Fahrrad in Betracht ziehen werden. Mit den zu Stosszeiten rund 6000 Fahrzeugen über die beiden Brücken in Schaan und Vaduz würde diese Fahrradbrücke nicht mal ansatzweise einen merkbaren Beitrag zur Lösung der Verkehrsengpässe liefern. Daher sind die 4,8 Millionen Franken für eine einfache Fahrradbrücke eine sehr teure Angelegenheit, allein der Liechtensteiner Anteil von rund 1,7 Millionne Franken dafür, wenn man diese Kosten dem absehbar sehr geringen Gesamtverkehrsnutzen gegenüberstellt.

Othmar Züger,
Aeulegraben 32, Triesen

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