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Leserbrief

Falsche Skeptiker und selbst ernannte Experten

Florian Gstöhl,Gärten 10, Balzers | 23. November 2016

Klimawandel

Immer öfter melden sich zurzeit sogenannte «Klimaskeptiker» zu Wort. Skepsis ist gut und recht, sie ist das, was den Wissenschaftler ausmacht und oft die Forschung vorantreibt. Skepsis muss aber immer eine fundierte Grundlage aufweisen. Zweifelt man an klar belegten Fakten, so handelt es sich nicht um Skepsis, sondern um Irrglauben und Verleumdung. In der naturwissenschaftlichen Forschung gibt es kaum ein Thema, in dem so viel Konsens herrscht, wie zum Klimawandel. 97 Prozent aller Klimaforscher sind sich einig: Es gibt einen Klimawandel und er ist menschgemacht – schuld sind Treibhausgase wie das CO2. Nicht einmal die Schwerkraft oder die Newton’schen Axiome erfreuen sich solch grosser Einigkeit unter den Forschern. Studien, welche den anthropogenen Klimawandel anzweifeln, stammen von Institutionen mit dubioser Finanzierung, besitzen kein Peer-Review oder sind schlicht und einfach falsch respektive gefälscht (wie z. B. die Behauptung, dass die globale Mitteltemperatur in der mittelalterlichen Warmzeit höher war). Ein gutes Beispiel ist das Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE) welches zum grössten Teil vom Committee for a Constructive Tomorrow (CFACT) finanziert wird, welches seinerseits eine Finanzierung vom Ölkonzern Exxon Mobile geniesst. Der Peer-Review ist mitunter das wichtigste Mittel zur Qualitätssicherung wissenschaftlicher Arbeiten. Die Arbeit wird dabei von mindestens zwei unabhängigen Wissenschaftlern (im Stil eines Doppelblindgutachtens) gelesen und kommentiert. Geben diese kein O.K., so erhält die Studie kein Peer-Review und wird von keinem renommierten Journal veröffentlicht und in keiner seriösen Arbeit zitiert. Solche Studien behaupten zum Beispiel, «die Atmosphäre könne die Erde unmöglich erwärmen, sondern nur kühlen», oder «die Ozeane gasen mehr CO2 aus, als der Mensch emittiert». Um mich hier nochmals zu wiederholen: Skeptisch zu sein ist gut und recht! Sich dabei auf fragwürdige Institutionen und unseriöse Studien zu stützen, hat aber leider wenig mit Skepsis zu tun. Das richtige Wort dafür wäre Ignoranz. Vielleicht haben die selbst ernannten Klimaskeptiker aber einfach nur Angst. Angst davor, verantwortlich zu sein oder Angst davor, was der Klimawandel uns bringt. Die anthropogenen Klimaveränderungen sind jedoch kein unlösbares Problem. Wir befinden uns immer noch in einem Stadium, in welchem Massnahmen auch Wirkung zeigen! Diskutieren wir allerdings noch 20 Jahre länger über bereits bestätigte Fakten, ist es irgendwann zu spät.

Florian Gstöhl,
Gärten 10, Balzers

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