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Leserbrief

Strom aus Wind und Sonne?

Walter Schädler,Landstrasse 174, Triesen | 22. November 2016

Energiegewinnung

Nach derzeitigem Stand erzeugen wir nur etwa 10 Prozent des im Lande benötigten Stromes selber, die fehlenden 90 Prozent beziehen wir aus dem schweizerischen Stromnetz. Die Schweiz erzeugt etwas mehr Strom, als sie selber verbraucht, muss aber in den kalten Jahreszeiten zum Ausgleich solchen aus den benachbarten Ländern beziehen. Mit der geplanten Abschaltung der CH-Atomkraftwerke würde diese noch mehr abhängig von auswärtigen Stromlieferanten.
Europaweit ist derzeit genügend Strom vorhanden und daher grundsätzlich keine Notwendigkeit gegeben, weitere Stromquellen zu erschliessen. Werden aber wie vorgesehen mehr und mehr Atomkraftwerke stillgelegt, so ist dann zwangsläufig ein europaweiter Strommangel zu erwarten.
Es ist daher meines Erachtens sicher sinnvoll, wenn wir frühzeitig damit beginnen, unsere Alternativ-Stromquellen zu erschliessen, was nebst dem Vorsorgegedanken auch finanziell sinnvoll wäre. Mit den bei uns verfügbaren Quellen könnte der Strom unter dem derzeitigen Einkaufspreis erzeugt werden.
Als alternative Stromquellen gelten bei uns Wind, Sonne und Biogas. Windenergie mit den dazugehörenden Windrädern wurde in letzter Zeit oft negativ bewertet, dies vor allem wegen der störenden Sicht auf die rotierenden Flügel.
Dazu ist zu bemerken, dass alle bereits bestehenden, vielen Hochspannungsmasten auch kein schöner Anblick sind, aber niemand bereit ist, die Kosten für eine Untergrundverlegung zu übernehmen, obwohl dies technisch durchaus möglich wäre und dabei die elektrischen Leitungsverluste erheblich gesenkt werden könnten. Auch verschiedene Gebäude, die mit Autos verstopften Strassen, Lichtmasten, usw. sind aus meiner Sicht nicht schön. Das Gleiche gilt auch für die Solaranlagen für Warmwasser und Strom, ein herkömmliches Dach bietet sicher einen schöneren Anblick.
Im Zusammenhang mit Sonnen-und Windanlagen besteht ein erheblicher Unterschied: Windenergie ist unabhängig von Tag und Nacht sowie der Witterung. Die Sonnenenergie ist hingegen unmittelbar sehr stark von diesen Faktoren abhängig und daher mit grossen Produktionslücken behaftet. Mit Wind kann an einem kleinen Platz eine grosse Menge elektrischer Energie erzeugt werden und leicht an einer Stelle in das elektrische Stromnetz eingespeist werden.
Der Einsatz von Sonnenenergie ist trotzdem sehr zu begrüssen und es ist sicher sinnvoll, jeden hierfür geeigneten Platz, insbesondere Dächer, dafür zu nutzen. Dies, obwohl schon bekannt ist, dass z. B. in Deutschland bei Tag bereits zu viel nicht verwendbarer Solarstrom produziert wird. Dies hängt auch damit zusammen, dass derzeit noch kein geeigneter Speicher für grosse Mengen elektrischen Stroms verfügbar sind. Der einzige derzeit mögliche Stromspeicher sind Stauseen, welche man mit Solarstrom hochgepumptem Wasser füllt und den Netzstrom über herkömmliche Wasserkraftwerke dann produziert, wenn er gebraucht wird. Dies ist aber auch nur möglich, wenn das Wasserkraftwerk eine entsprechende Generatoren- und Wasserkapazität aufweist.
Diese Notwendigkeit besteht bei uns nicht. Der produzierte Alternativstrom kann bei unserer sehr niedrigen Eigenproduktion jederzeit problemlos in das Stromnetz eingespeist werden.
Mit diesem Schreiben möchte ich alle Personen, die hier einen Einfluss haben, motivieren, den Bau von Strom-Alternativanlagen insbesondere eine erste mit Windkraft in Balzers zu ermöglichen und damit einen ersten grossen Schritt in die Unabhängigkeit beim elektrischen Strom einzuleiten, bevor wir dazu gezwungen werden und dann keine Zeit mehr haben, eine solche in Ruhe zu erproben bzw. damit Erfahrungen zu sammeln.

Walter Schädler,
Landstrasse 174, Triesen

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