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Leserbrief

Nicht genehmigungsfähig

Norman Nigsch,Dorfstrasse 22, Triesen | 19. November 2016

DLZ Triesen

Wer zweifelt, ob das geplante Einkaufszentrum tatsächlich in die Triesner Dorfmitte passt, dem sei die jüngste ortsbauliche Begutachtung als Lektüre empfohlen. Dort heisst es: «Zusammenfassend muss festgehalten werden, dass für Jahrzehnte ein Schaden im Ortsbild entstehen würde, indem ein beliebig wirkendes, überdimensioniertes Gebäude, das den Massstab des Ortes sprengt, eine Schlüsselstelle des Ortes besetzen würde. Keine der massgeblichen Normen auf Landes- und Gemeindeebene ist eingehalten. Und schon gar nicht sind die Voraussetzungen für einen Gestaltungsplan und damit ein Abweichen von der Regelbauweise erfüllt.»
Wer dies sagt, ist eine Gruppe von drei auch untereinander unabhängigen Fachpersonen aus den Fachbereichen Städtebau, Architektur und Wirtschaft. Alle drei haben einen beeindruckenden Leistungsausweis, beraten sie doch seit Jahrzehnten mit grossem Erfolg Städte, Agglomerationen und Gemeinden. Dabei bearbeiten sie komplexe ortsbauliche und architektonische Fragestellungen und prüfen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von Einkaufszentren. Sie sind Preisträger von Wettbewerben zu Städtebau und Landschaftsgestaltung, Mitglied der Wakkerpreis-Kommission oder des Raumordnungsrates des Schweizer Bundesrates. Sie waren oder wirken noch immer als Gastprofessoren und Dozenten an Hochschulen in der Schweiz, in Deutschland, in den USA und in China. Sie sind daher auch mit grossvolumigen Bauten bestens vertraut.
Als Ergänzung zu den bisherigen Informationen wurde die Zweitmeinung der Gemeinde, den politischen Parteien sowie den Medien zugestellt. Für den Gemeinderat ist sie eine ideale Steilvorlage, in Sachen DLZ noch einmal über die Bücher zu gehen. Noch ist es nicht zu spät, eine Kurskorrektur vorzunehmen. Fehlermachen ist menschlich, sich Fehler einzugestehen zeugt von Grösse und Stärke. Ein Rückkommen auf den Gemeinderatsbeschluss wäre aber auch ein Beweis der Stärke für unsere Demokratie. In einer funktionierenden Demokratie beugt sich nämlich die Macht dem Argument und nicht das Argument der Macht.

Norman Nigsch,
Dorfstrasse 22, Triesen

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