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Leserbrief

Reaktion auf den Leserbrief von Jack Quaderer

Dr. Marcus BüchelSchulstrasse 3, Nendeln | 14. November 2016

Personalpolitik

Ein Leserbrief, der vor einer Woche zu lesen war und mich seither beschäftigt, liess mich zum Schluss kommen, dass dieser nicht unkommentiert bleiben darf. Jack Quaderer äussert sich darin über die Bestellung von Thomas Kind zum neuen Leiter des Amts für Personal und Organisation. Es sind drei Aussagen, die Quaderer trifft: Die Ausschreibung sei auf Thomas Kind zugeschnitten gewesen; sodann bezweifelt er, dass dieser ausreichend qualifiziert und «keine allzu starke Persönlichkeit» sei für «die Betreuung all dieser (900) Angestellten» und schliesslich habe es sich um eine «parteipolitische Anstellung» gehandelt. Der Schreiber geht geschickt vor. Er behauptet nicht, dass es so gewesen sei, nein, er äussert lediglich seine «Vermutungen». Quaderer beschädigt die Reputation einer Person, desavouiert die Regierung, mit ihr die gesamte Verwaltung, und bekennt dabei ganz offen‚ «ich weiss nichts, ich vermute nur», es könnte so gewesen sein. Quaderer stellt damit Behauptungen auf, in Tat und Wahrheit schwerwiegende Vorwürfe, von denen er sich gleich wieder distanziert, da diese ja nur als blosse Vermutungen dargestellt werden. Es scheint dann so zu sein, als ob es nur eine ganz subjektive Behauptung wäre, für die man keinen Beweis zu erbringen hat, was dazu dient, die Verantwortung für das Geäusserte von sich zu schieben. Damit wird jemand verunglimpft, ohne dass irgendein Beleg erbracht wird.
Man heize die Gemüter der Leser mit einer Stereotypie an (Personalentscheide der Regierung sind grundsätzlich parteipolitisch), streue geschickt eine weitere ein (900 Personen beim Land beschäftigt, «Tendenz steigend»), warnt vor den schrecklichen Folgen dessen, was man an die Wand gemalt hat und spielt sich als Retter der Nation auf («ein neues Gesetz gegen «parteipolitische Personalentscheide» muss her). Dieses Strickmuster ist von der politischen Volksverführung und vom Mobbing her («es könnte ja sein, dass der Kollege X die Kollegin Y sexuell belästigt hat») bekannt. Das Kalkül dabei ist, dass schon irgendetwas von der schieren Behauptung in den Köpfen hängen bleiben und einen nützliche Beitrag zur Beschädigung des Opfers (Menschen oder Institutionen) leisten wird.
Was Jack Quader von sich gab, ist Rufschädigung und Demagogie der übelsten Art.

Dr. Marcus Büchel
Schulstrasse 3, Nendeln

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