Leserbrief

Bedrohungs- management und «Bockgeld»

Walter-Bruno Wohlwend,Landstrasse, Schaan | 11. November 2016

Landtag

«Ich habe eine geladene Pistole und bin auf dem Weg zu dir.» So lautet der Originaltitel im «Volksblatt» vom 5. Februar 2016 (Seite 4). Angeblich handelt es sich um ein Zitat von Regierungschef-Stellvertreter Zwiefelhofer im Zusammenhang mit einem künftigen «Bedrohungsmanagement», das unseren Landtag offenbar am 4. November beschäftigte. «(...) Auch Mauro Pedrazzini legte nach» und wird bezüglich des Sozialamtes zitiert mit den Worten: «Wüste Drohungen bis zu Morddrohungen sind an der Tagesordnung». Der Landtag will sich in der nächsten Sitzung offenbar weiter mit der Einführung eines Bedrohungsmanagements befassen.
Das Thema erinnert mich an unsere Kindheit. Eines Abend wollten Elmar Seger (1939–2006) und ich von zwei Schweizer Buben, die auf dem Rad durch die Rüfe fuhren, «Bockgeld» verlangen, selbstverständlich verbunden mit einer Drohung!
Der lange vorbereitete Coup misslang. Dafür landeten wir ein paar Tage später in der Stube vom Polizisten Karl Gantner (1911–1979). Die Sitzung dauerte nur fünf Minuten, aber ich habe die Aussage von Karl mein Leben lang nicht vergessen: «Wenn ich so etwas noch einmal erfahre, kriegt jeder von Euch a Flättera.» Wir haben seither nie mehr «Bockgeld» kassiert.
Damit blieb uns wohl auch die Nachrede erspart, dass da ein paar politische Spinner heranwachsen.

Walter-Bruno Wohlwend,
Landstrasse, Schaan

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