Leserbrief

Sind wir in Bangladesch oder im Südsudan?

Walter-Bruno Wohlwend,Landstrasse 130, Schaan | 9. November 2016

Menschenrechte

Unser Landtag, der sich gerne als Volksvertretung sieht, hat vergangene Woche die stolze Summe von 350 000 Schweizer Franken pro Jahr (!) für einen noch zu gründenden Verein für Menschenrechte in Liechtenstein beschlossen. Mit anderen Worten: Ab dem Tag der Vereinsgründung wird irgendjemand an jedem Arbeitstag mehr als einen Tausender auf die Hand erhalten. Wofür, wer eigentlich und warum, ist (jedenfalls im Landtagsbericht) nicht definiert.
Sind wir in Bangladesch, wo vor ein paar Wochen 28 Leute bei einer Geiselnahme in Dhaka umgebracht wurden? Oder sind wir im Südsudan, wo vor ein paar Tagen ein ganzes Batalion UNO-Blauhelmtruppen dem Mond nachschaute, als hinter dem Rücken der Soldaten Dutzende von Frauen vergewaltigt wurden?
In mehr als 50 Berufsjahren habe ich in unserem Ministaat noch nie etwas von ungesühnten oder unentdeckten Menschenrechtsverletzungen gehört, die diese Bezeichnung verdient hätten.
Und in einer Zeit, in der man von allerlei Kürzungen der Staatsbeiträge spricht und sie auch vollzieht (AHV, Krankenkassen, Bildungsbereich), empfindet der Bürger solche Ausgaben als besonders deplatziert.
Leider ist es nicht die einzige ab­struse Meldung aus der Politik der letzten Wochen.
Fortsetzung folgt!

Walter-Bruno Wohlwend,
Landstrasse 130, Schaan

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