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Leserbrief

Richtigstellen ist angesagt!

Geschäftsleitung und Vorstand vom Verein Kindertagesstätten Liechtenstein | 2. November 2016

Kita-Finanzierung

In der Oktober-Ausgabe der Zeitung der Unabhängigen veröffentlichen Erich Hasler und Herbert Elkuch einen Artikel zu Kita-Kosten und Kita-Finanzierung. Dieser Artikel kann so nicht stehen gelassen werden, da er Unwahrheiten enthält. Der Verein Kindertagesstätten Liechtenstein stellt Folgendes richtig:
? Zur Aussage «Exorbitant hohe Kita-Kosten in Liechtenstein»: Ein Platz kostete 2015 beim Verein KiTa im Schnitt 124.65 Franken pro Kind und Tag. In diesem Betrag enthalten sind die Löhne für die rund 130 Mitarbeiterinnen, Kosten für Lebensmittel und Anschaffungen sowie übrige Personal- und Verwaltungskosten. Ein 1:1-Vergleich mit einer Kita in St. Gallen oder mit einem anderen Anbieter in Liechtenstein ist nicht möglich, da die Strukturen nicht die gleichen sind.
Bei einem Vergleich können nicht einfach die Kosten pro Platz herangezogen werden. Es bedarf einer detaillierteren Aufschlüsslung. Beispielsweise spielt es eine Rolle, wie alt die Kinder in einer Kita sind. Werden viele Babys betreut, sind die Kosten automatisch höher. Werden Kinder beispielsweise erst ab einem Jahr betreut, können auch die Kosten tiefer gehalten werden. Ausserdem ist zu sagen, dass in St. Galler Kitas noch vieles ehrenamtlich über den Vorstand läuft. Aber auch dort werden die Strukturen angepasst. Es ist also anzunehmen, dass über kurz oder lang die Kosten steigen werden.
Der Verein KiTa bildet seit vielen Jahren Lehrlinge aus und bietet Plätze für Praktikantinnen und Praktikanten. Das generiert zusätzliche Kosten, ist uns aber wichtig, auch um die Zukunft des Betriebs und die hohe Qualität zu sichern.
Die Verwaltungskosten sind extrem schlank gehalten und befinden sich für ein KMU dieser Grösse am unteren Limit. Im Jahr 2011 stellte die Vonach Unternehmensberatung dem Verein Kindertagesstätten Liechtenstein gerade was die Kosten angeht, ein sehr gutes Zeugnis aus.
? Zur Aussage «Subventionierung bis zum Geht-nicht-mehr»: Auch was die Elterntarife angeht, ist ein Vergleich mit der Schweiz nicht 1:1 möglich. Es unterscheiden sich die Bemessungsbasis, das Lohn- und auch das Kostenniveau. Wir passen die Elterntarife regelmässig an. Bereits heute zahlen gut verdienende Eltern so viel, dass von ihnen zwei Drittel der Elterneinnahmen kommen. Damit subventionieren sie die tiefen Tarife der Eltern mit niedrigerem Einkommen. Wäre dies nicht der Fall, müsste der Staat massiv mehr Subventionen leisten, um entstehende Fehlbeträge zu begleichen.
? Zur Aussage «Gerechte Verteilung ist oberstes Gebot!»: Auch wir sind für eine gerechte Verteilung der staatlichen Gelder und für eine sinnvolle Unterstützung aller Familien. Eine Subventionierung von Tarifen der gut verdienenden Eltern macht dann Sinn, wenn dadurch Eltern mit geringerem Einkommen profitieren und der Staat auf diese Weise nicht noch mehr Subventionen leisten muss (siehe oben).
? Zur Aussage «Strukturen und Kosten sind zu hinterfragen»: Um wirtschaftlich erfolgreich arbeiten zu können, ist es selbstverständlich, dass Strukturen und Kosten regelmässig hinterfragt und weiterentwickelt werden – dies passiert auch im Verein KiTa. Wir können mittlerweile auf über 25 Jahre Erfahrung bauen. Von unserer Aufbauarbeit und generell von unserem Know-how profitieren heute auch andere Kita-Anbieter. Wir tragen gerne zur Lösung von Finanzierungsfragen bei, wünschen uns aber auch, dass nicht durch Schnellschüsse, politischen Druck und wahltechnisches Kalkül kaputt gemacht wird, was wir in 25 Jahren mühsam, aber gerne aufgebaut haben.

Geschäftsleitung und Vorstand vom Verein Kindertagesstätten Liechtenstein

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