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Leserbrief

Über Einkommens-abhängige Prämien

Agnes Dentsch,Poliweg 12, Ruggell | 27. Oktober 2016

Anlässlich der Leserbriefe von Pepo Frick habe ich in meinem Umfeld eine kleine Umfrage gestartet. Die meisten sind für die einkommensabhängigen Prämien, weil sie auch der Meinung sind: es sei ungerecht, dass Arme und Reiche die gleichen Prämien zahlen sollen. Verständlich. Pepo Frick spricht die Meistbetroffenen, nämlich die Senioren, an. Die Gesundheitskosten werden steigen, sagt Pepo Frick, da hat er leider auch recht.
Meine Überlegungen: Werden die Prämieneinnahmen sinken? Wenn ja, können die Kassen die steigenden Kosten auch in Zukunft finanzieren? Gibt es Einschränkungen in den Leistungen? Oder bleibt alles so wie bisher: wachsende Ärztedichte, hohe Ärztetarife, noch mehr Privatkliniken? Ärzte und Kliniken sind auch Unternehmer und «produzieren» noch mehr Kranke, um Gewinne zu erzielen. Wird die Aufklärung der Patienten also verbessert, damit sie selbst entscheiden können, was sie tun oder nicht tun möchten, sprich die Eigenverantwortung gefördert? Was ist mit der Prämienverbilligung und den Ergänzungsleistungen? Bleiben die bestehen?
Beispiel Deutschland. Die Prämien sind einkommensabhängig, aber die Leistungen sind eingeschränkt. In Deutschland bieten darum viele Ärzte die sogenannte «iGel» (individuelle Gesundheitsleistungen) an. Bestimmte Leistungen (etwa Psychotherapien, Ultraschall, Glaukom-Vorsorgeuntersuchung, Blutuntersuchung, Labortests, Prostata-Wert, Krebsfrüherkennung bei Frauen, Hautkrebsvorsorge) müssen die Patienten zum Teil selbst bezahlen. Es ist ein lukratives Geschäft für die Ärzte und die Patienten stehen unter Verkaufsdruck. Der «iGel»-Monitor warnt auch vor einigen Vorsorgeuntersuchungen, weil sie zu wenig aussagekräftig sind und mehr «Schaden» anrichten können, als dass sie helfen. (www.ndr.de/ ratgeber/gesundheit/IGeL-Leistungen-sinnvoll-oder-ueberfluessig, zusatzleistungen106.html).
Um die einkommensabhängigen Prämien einzuführen, braucht es also noch viel Abklärungen und mehr Klarheit.

Agnes Dentsch,
Poliweg 12, Ruggell

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