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Leserbrief

«Nicht als schützenswertes Objekt eingestuft, Sanierung war zu keinem Zeitpunkt angedacht»

Gemeinderat Eschen-NendelnGünther Kranz, Gemeindevorsteher | 27. Oktober 2016

Stellungnahme des Gemeinderates Eschen-Nendeln zum offenen Brief «Kreuz-Areal»

In einem offenen Brief an die Gemeinde Eschen-Nendeln sprechen sich sechs Privatpersonen für den Erhalt und die Renovierung der Kreuz-Liegenschaft im Eschner Zentrum aus. Weil die im Brief getroffenen Annahmen in wesentlichen Punkten nicht zutreffend sind, veröffentlicht die Gemeinde nachstehend den korrekten Sachverhalt und lädt gleichzeitig die Personengruppe aus Eschen-Nendeln, Mauren und Planken ein, sich aus erster Hand bei den zuständigen Personen der Gemeinde darüber informieren zu lassen.

Die beiden Parzellen des ehemaligen Gasthauses Kreuz samt dazugehörigem Tenn sind von der Gemeinde 1997 beziehungsweise 2001 vorsorglich erworben worden, um sich für die Zentrumsentwicklung alle Optionen offenzuhalten und geeigneten Nutzungen zuzuführen. Eine Sanierung des Gebäudes war zu keinem Zeitpunkt angedacht, weil das Gebäude des ehemaligen Gasthauses nicht als schützenswertes Objekt im Sinne des Denkmalschutzes eingestuft ist. Gemäss dem Ortsbildinventar der Denkmalschutzkommission ist lediglich die äussere Form der Liegenschaft teilweise erhaltenswert. Was darunter zu verstehen ist, verdeutlicht der nachstehende Auszug aus den Bewertungsgrundlagen des Ortsbild-inventars: «Bauten und Anlagen, die nicht mehr genutzt werden, sollen einer neuen, der Gebäudestruktur und dem Standort entsprechenden neuen Nutzung zugeführt werden. An-, Neu- und Umbauten sind in zeitgemässer Architektursprache auszuführen, wobei die äussere Gesamtform wieder aufgenommen werden soll (…) .» In die Vorabklärungen zur Realisierung des Neubaus sind namhafte Fachexperten einbezogen worden, um eine sensible und den Interessen des Ortbildschutzes Rechnung tragende Umsetzung des Bauvorhabens zu gewährleisten.
Nachdem die Gemeinde für die Weiterentwicklung des Zentrums und die Belebung des Ortskerns eine publikumsattraktive Nutzung insbesondere im Erdgeschoss der Überbauung des Kreuz-Areals anstrebt, ist 2011 ein Projekt- und Investorenwettbewerb durchgeführt worden. Dabei hat die Gemeinde die zitierte Vorgabe des Ortsbildinventars vollumfänglich umgesetzt und sich für ein Neubauprojekt entschieden, das der ursprünglichen Gebäudeform und -stellung sowie der Originalfassadengestaltung sehr nahekommt. Die Bevölkerung ist seit 2011 in verschiedenen Beiträgen im Gemeindemagazin und in den Landeszeitungen über die Projektentwicklung auf dem Kreuz-Areal informiert worden. Zudem ist sowohl der für die Projektumsetzung abgeschlossene Tausch- und Dienstbarkeitsvertrag als auch der Baurechtsvertrag öffentlich zum Referendum ausgeschrieben worden, das nicht ergriffen wurde. Vor diesem Hintergrund hat die Gemeinde das Projekt in Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft vorangetrieben und den Baurechtsvertrag zur Realisierung der Überbauung auf der Grundlage eines einstimmigen Gemeinderatsbeschlusses rechtsgültig unterzeichnet. Damit hat die Gemeinde die Voraussetzungen geschaffen für die in breiten Kreisen der Bevölkerung seit Langem gewünschte Aktivierung und Nutzung der Liegenschaft. Der im öffentlichen Interesse abgeschlossene Baurechtsvertrag macht den Weg frei, dieses Anliegen der Eschner Bevölkerung zu verwirklichen. Mit der Unterzeichnung des Baurechtsvertrags ist die Gemeinde Verpflichtungen eingegangen, die sie einhalten will und muss.
Für die Realisierung einer Überbauung des Areals mit einem dem Originalbaukörper analogen Neubau sprechen vor allem die folgenden Gründe:
? Die ursprüngliche Gebäudesub-stanz ist insbesondere im Innern weitgehend durch diverse Umbauten nicht mehr vorhanden und auch im Fassadenbereich sind teilweise wesentliche Eingriffe vorgenommen worden. Das Objekt befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand und gilt nicht als schützenswert im Sinne des Denkmalschutzes.
? Die für die Zentrumsentwicklung angestrebte publikumsattraktive Nutzung lässt sich nur durch einen Neubau sinnvoll umsetzen, weil dadurch unter anderem auch eine gute unterirdische Erschliessung über die geplante Tiefgaragenerweiterung ermöglicht wird. Zudem kann eine behindertengerechte Zugänglichkeit des Gebäudes im Rahmen des Gleichstellungsgesetzes beim heutigen Altbau nicht gewährleistet werden.
? Die Gemeinde hat zur Raumbedarfsabklärung im Zentrum von Eschen eine Arbeitsgruppe eingesetzt, der unter anderem auch Vereinsvertreter angehörten. Die Arbeitsgruppe kam zum Ergebnis, dass auf absehbare Zeit kein eigener Raumbedarf in der Überbauung gegeben ist. Aus diesem Grund wurde die Zusammenarbeit mit einem privaten Investor angestrebt, der bereit ist, sowohl die gestalterischen Vorgaben bezüglich der Gebäudeform einzuhalten als auch die von der Gemeinde gewünschte publikumsattraktive Nutzung zu berücksichtigen.
Die Gemeinde Eschen-Nendeln betrachtet die Verwirklichung eines sich harmonisch in das bestehende Ensemble von Pfarrkirche und Pfrundbauten einfügenden Neubaus, der sich bezüglich Form und Stellung des Baukörpers an den Bestand anlehnt, als wichtigen Schritt für die weitere Zentrumsentwicklung in Eschen sowie für publikumsattraktive Gebäudenutzungen im Ortskern.

Gemeinderat Eschen-Nendeln
Günther Kranz, Gemeindevorsteher

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