Leserbrief

«Moderate» Erhöhung

Michael Sturzenegger Im Zagalzel 9494 Schaan | 24. Oktober 2016

Kindertagesstätten

Der wohlgeschätzte Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini will für die Kita, wie schon beim KVG, auf das Verursacherprinzip zurückgreifen. Die Menge tobt vor Freude und alle nicken im Takt. Weshalb schicken Eltern ihre Kinder in die Kita? Wieviele schieben ihre Kinder in die Kita ab, um sich selbst zu verwirklichen? Was denken Sie, Herr Pedrazzini, weshalb werden wohl Kitas in Anspruch genommen? Weshalb muss wohl der zweite Elternteil auch arbeiten gehen? Wer verursacht die Notwendigkeit, sich vom traditionellen Familienbild zu verabschieden? Sind es die kaum wachsenden Reallöhne oder sind es die stetig wachsenden Lebenskosten? Somit wäre eine «Moderate» Erhöhung der Beiträge, so ziemlich das pure Gegenteil des Verursacherprinzips, sondern zwingt die Eltern, eher nochmals mehr zu arbeiten und sich dabei immer weiter weg von der traditionellen Familie zu bewegen. Wie könnte dem zentralen Wunsch des Liechtensteinischen Institut wohl nachgekommen werden? Die Ablehnung der Initiative hat schon ein Geschenk an die Wirtschaft verhindert und die Mitsubventionierung der Grenzgänger verunmöglicht. Ist ja witzig, wenn nur diejenigen Anspruch auf die Kita-Subventionen haben, die einen liechtensteinischen Arbeitgeber vorweisen können und nicht diejenigen, die in Liechtenstein wohnen. Die zentrale Frage steht jedoch weiter im Raum, wie kann das Verursacherprinzip greifen? Die meisten Eltern sind gezwungen, auf die Kita zurückzugreifen, da sie sonst kaum die anstehenden Rechnungen bezahlen können und wie könnte gleichzeitig auch noch die traditionelle Familie gefördert werden? Der logische Schluss wird der Wirtschaft, wie auch Herrn Pedrazzini nicht gefallen, denn dies könnte nur über eine einkommensabhängige und nicht moderate, sondern überzeugende Kindergelderhöhung für in Liechtenstein wohnhafte Eltern geschehen.

Michael Sturzenegger
Im Zagalzel
9494 Schaan

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