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Leserbrief

Eine Entlastung für eine Bevölkerungsgruppe ohne grosse Lobby im Landtag

Pepo Frick,Präsident der Freien Liste | 15. Oktober 2016

Krankenkassenprämien

Abgaben an die AHV sind für alle Berufstätigen lohnabhängig ausgestaltet: Das ist für die Bevölkerung eine Selbstverständlichkeit und wird als fair betrachtet. Wer ins Pensionsalter eintritt, muss häufig mit einem Schlag grosse Erwerbsabstriche machen. Durch die AHV-Leistungen und die ausgezahlte Pension ist er nicht mehr so gut wie früher durch seinen Lohn abgedeckt.
Viele der Kosten wie beispielsweise für das Wohnen und die Gesundheitsleistungen bleiben aber gleich oder steigen an. Der Arbeitgeberbeitrag an den Krankenkassenprämien fällt weg, Seniorinnen und Senioren müssen also mit einem Schlag die volle Prämie bezahlen. Nur ein kleiner Teil kann von einer Prämienreduktion profitieren.
Die Gesundheitskosten sind ganz klar eine der grössten finanziellen Belastungen im Pensionsalter.
Das Krankenkassen-Prämiensystem ist hierzulande im Gegensatz zu fast allen anderen europäischen Ländern nicht erwerbsabhängig ausgestaltet. Die KVG-Revision spitzt die Lage für ältere Menschen, die häufiger auf medizinische Behandlungen angewiesen sind als Junge, weiter zu. Ältere können sich oft keine hohen Franchisen leisten und können so nicht von der Reform profitieren, «die auf mehr Eigenverantwortung», sprich weniger Arztbesuche, setzt. Wer eine medizinische Behandlung braucht, sieht sich je nach Versicherungswahl plötzlich mit hohen Folgekosten konfrontiert. Die erwerbsabhängigen Krankenkassenprämien hätten zielgenau Entlastung gebracht, wo diese notwendig ist. Für Arztbesuche müsste weiterhin je nach Wahl der Franchise ein Beitrag geleistet werden: Diejenigen Rentner, die finanziell nicht gut abgesichert sind, würden aber bei den monatlich anfallenden Krankenkassenprämien stark entlastet.
Auf heutige und angehende Seniorinnen und Senioren kommt einiges zu: Die Politik muss hierfür Antworten finden. Nicht nur die Gesundheitskosten für Kranke steigen, sondern auch das Pensionsguthaben wird schmaler werden: Die Pensionskassen nehmen weniger ein, ihr Kapital wirft aufgrund der tiefen Zinsen weniger Gewinn ab. Die steigende Lebenserwartung drückt auf den Ertrag. Die Renten aus der zweiten Säule werden in Zukunft tiefer sein als gewohnt. Zudem wurde der Staatsbeitrag an die AHV stark gesenkt.
Erwerbsabhängige Krankenkassenprämien sind eine Antwort auf die zunehmenden Belastungen von denjenigen Seniorinnen und Senioren, die finanziell nicht gut dastehen. Die Volksvertretung wollte diese Bevölkerungsgruppe, die im Landtag ausser der Freien Liste keine Lobby hat, nicht darüber abstimmen lassen, ob von ihr ein Systemwechsel bei den Krankenkassenprämien gewünscht ist.
Der Landtag hat mit der Ablehnung der erwerbsabhängigen Krankenkassenprämien die Chance verpasst, die Situation der Seniorinnen und Senioren zielgenau zu verbessern, die finanziell nicht gut dastehen.
Fortsetzung folgt.

Pepo Frick,
Präsident der Freien Liste

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