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Leserbrief

Schande für Malbun

Franz Schädler,Rossbodastrase 27, Triesenberg | 12. Oktober 2016

Baustellenbrücke

Die Sage erzählt, dass einst in Malbun die gutmütigen Wildmandli sich um das Vieh der Bauern kümmerten, wenn diese keine Zeit dazu hatten. Seit die beiden letzten Wildmandli – das Bizi und das Bazi – gestorben sind, ist es aber vorbei damit. Trotzdem ereignen sich seit ein paar Jahren wieder recht seltsame Dinge.
Im Jahr 2011 wurde von der Gemeinde Triesenberg und dem Amt für Bau und Infrastruktur (ABI) eine Baubewilligung mit Auflagen für zwei Ferienhäuser und eine Fussgängerbrücke über den Malbunbach erteilt. Zum Bau dieser Häuser wurde eine sogenannte Baustellenbrücke erstellt, welche nach Baufertigstellung abgebrochen und gemäss Baubewilligung durch eine in die Landschaft passende Fussgängerbrücke von max. 1,50 m Breite ersetzt werden sollte. Seither sind 5 Jahre vergangen und die beiden Ferienhäuser werden längst bewohnt. Die schändliche Baustellenbrücke besteht aber entgegen den Forderungen der Gemeinde Triesenberg immer noch und wird als Zufahrt genutzt. Es wird mit allen Mitteln versucht, diese durch eine befahrbare Brücke zu ersetzen.
Schon während der Bauzeit müssen sonderbare Geister (nicht die Wildmandli) im Einsatz gewesen sein. Die Gemeinde stellte damals fest, dass die Dacheindeckung nicht der Bauordnung Malbun entsprach und forderte unverzüglich vom ABI als zuständige Baubehörde, dass gemäss Gemeinderatsbeschluss das unzulässige Dachmaterial zu entfernen und ein rechtmässiger Zustand herzustellen ist. Die unerlaubte Dacheindeckung wurde aber nie entfernt.
Ob Baustellen-Zufahrtsbrücke oder Dacheindeckung – das ABI als Baubehörde missachtet völlig die Forderungen der Gemeinde auf Herstellung eines rechtmässigen Zustandes. Und dabei besagt doch das Gesetz klar und eindeutig, dass die Ortsplanung im Aufgabenbereich der Gemeinde liegt und für den Vollzug des Baugesetzes das ABI zuständig ist. Wo bleiben da Gemeindeautonomie und Rechtsstaatlichkeit?
? Warum bleibt das ABI, das sonst immer wieder hervorkehrt, dass es die Vollzugsbehörde sei, in diesem Fall untätig?
? Läuft hier ein falsches Spiel?
? Wird hier die Ortsplanung, welche in der Zuständigkeit der Gemeinde liegt, durch das ABI ausgehebelt?
? Was wird unternommen, damit die landschaftsverschandelnde Baustellen-Zufahrtsbrücke unverzüglich entfernt und durch die bewilligte Fussgängerbrücke ersetzt wird? (Bemerkung: Die Brücke führt über die Grünzone entlang des Malbunbachs und da sind Bauten und solche Zufahrtsbrücken nicht erlaubt)
? Warum hüllen sich das Amt für Umwelt und die LGU gerade hier in Schweigen?
Fragen über Fragen, die sich normale Bürger stellen. Auf Antworten sind sie gespannt.

Franz Schädler,
Rossbodastrase 27, Triesenberg

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