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Leserbrief

Erwerbsabhängige Krankenkassenprämien fördern Vielfalt an Familienmodellen

Pepo Frick,Präsident der Freien Liste | 6. Oktober 2016

Gesundheitswesen

Der Landtag hat die einfache Initiative «Erwerbsabhängige Krankenkassenprämien» nicht dem Volk vorlegen wollen. Damit hat die Volksvertretung den Willen von 1600 Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern ignoriert. Unter ihnen waren auch viele Familienfrauen, die besonders unter der Prämienlast leiden. Anders als Berufstätige müssen sie vollumfänglich für die Prämien aufkommen. Bei Berufstätigen beteiligt sich der Arbeitgeber zur Hälfte an der obligatorischen Krankenkassenprämie. Ausgerechnet Familienfrauen, die über keinen Erwerb verfügen, zahlen also doppelt so viel wie Berufstätige. Das wird als ungerecht empfunden. Mit erwerbsabhängigen Krankenkassenprämien könnten Mütter, die ihre Kinder selbst betreuen, zielgenau unterstützt werden. Dabei wären die Kosten für den Staat oder für die Familienausgleichskasse nicht angestiegen, sondern Reiche hätten solidarisch mehr bezahlt, um Menschen ohne Erwerb oder mit niedrigem Erwerb zu entlasten. Das Modell der Erwerbsabhängigkeit ist mit der Diskussion um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in aller Munde. Viele befürworten, dass die Elternbeiträge für Kita-Plätze lohnabhängig gestaltet werden: Wer viel verdient, soll wenig von staatlichen Subventionen der Kita-Plätze profitieren, wer wenig verdient, soll dank der Subventionen stärker entlastet werden. Die erwerbsabhängigen Prämien haben den Effekt, dass sie Versicherte entlasten, die dies benötigen. Das hätte somit auch Einfluss auf die Lebbarkeit von verschiedenen Familienmodellen. Die FBP sucht derzeit nach Lösungen, wie jedes Familienmodell gleichberechtigt gefördert werden kann. Aus Sicht der Freien Liste ist dies neben einer stärkeren Einbindung der Wirtschaft nur über den Weg von erwerbsabhängigen Modellen möglich und umsetzbar. Die Grossparteien haben schon oft bekräftigt, dass sie die Staatsausgaben auf keinen Fall erhöhen wollen. Über kurz oder lang werden daher in Liechtenstein Diskussionen über die Verteilung von Belastungen und Subventionen stattfinden müssen.

Pepo Frick,
Präsident der Freien Liste

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