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Leserbrief

FBP sieht Vorteile

Werkstatt Faire Zukunft: Peter Goop, Mario F. Broggi, Andi Götz | 1. Oktober 2016

Rheinaufweitungen

Wir haben uns darüber gefreut, dass der Präsident der FBP schreibt, «Eine Rheinaufweitung könnte schöne Naherholungsflächen und natürliche Lebensräume für Pflanzen und Tiere schaffen. Wenn sie richtig gemacht wird, könnten – entgegen der stark vereinfachenden Aussagen von Gegnern – auch positive Effekte im Bereich des Hochwasserschutzes im Rheintal erzielt werden.» Konkret könnten neue, sicherere Dämme hinter den Aufweitungen den Hochwasserschutz massiv verbessern, der weitgehend leblose Kanal würde aufblühen und die Menschen bekämen wunderbare Orte für Erholung und Freizeit.
Verständlicherweise spricht Thomas Banzer den Kulturlandverlust an. Aus unserer Sicht gäbe es wesentlich effizientere Stellschrauben, um das akute Problem der Bodenverschwendung in Liechtenstein anzugehen, insbesondere auch eine effiziente Raumordnung und eine Anpassung im Steuer- und Bodenrecht. Wieviel Rheinvorland wird für Bauvorhaben geopfert, ohne dass es zu nennenswerten Aufschreien kommt? Wenn für Natur, Erholung und Lebensqualität ein paar Hektaren gebraucht werden, wird aber schnell die Frage gestellt «warum gerade in Liechtenstein, wo wir doch eh kein Land haben?».
Trotzdem muss das Problem des Kulturlandverlustes ernst genommen werden. Wir haben dafür konkrete Vorschläge gemacht, siehe www.fairezukunft.org/aufweitungen. Es ist möglich, Wald zu Landwirtschaftsland umzuwidmen und damit Verluste, soweit möglich, zu kompensieren. Bei der Aufweitung Eschner Au beispielsweise sind die Voraussetzungen gegeben, die erforderlichen 12 ha Landwirtschaftsland bei Nendeln durch Umzonierung der gleichen Fläche von Wald in Landwirtschaftsfläche zu kompensieren. Der Humus, der auf der Aufweitungsfläche abgetragen wird, kann am neuen Ort eingebracht werden. So wird Landwirtschaftsland als Ausgleich für den Verlust der Waldfläche gewonnen, dafür entsteht in den Aufweitungen ökologisch hochwertiger Auenwald.
Als zweite Massnahme kann man versuchen, die Aufweitungen dort zu realisieren, wo möglichst wenig Landwirtschaftsland gebraucht wird. Bei der Eschner Au würde dies bedingen, dass man den Perimeter etwas nach Norden verschiebt, was gleichzeitig einige Probleme lösen würde. Auch bei der Balzner Aufweitung ist es möglich, praktisch kein Landwirtschaftsland zu brauchen bzw. dieses wie oben beschrieben zu kompensieren.
Was die Kosten betrifft, ist zu berücksichtigen, dass die Dämme auf der ganzen Länge sanierungsbedürftig sind. Dies kostet in den nächsten 20 Jahren gemäss Angaben der Regierung rund 50 Millionen Franken. Diese Sanierung kann man sich dort sparen, wo der Rhein aufgeweitet wird, an diesen Stellen können die für die Sanierung vorgesehenen Gelder für die Aufweitung eingesetzt werden. Ausserdem wird beim Abbruch der bestehenden Dämme eine Menge Kies anfallen, welche ebenfalls einen Beitrag zu den Kosten der Aufweitungen bringt. Was an Kosten bleibt, wird sich auf jeden Fall lohnen, wenn man bedenkt, was die Bevölkerung durch einen besseren Hochwasserschutz und wunderbare Stellen zum Baden, Grillieren und Verweilen erhält. Und die Natur wird uns dank verbesserter Lebensräume für Pflanzen und Tiere mit einer wunderbaren Vielfalt eine Freude bereiten. Dafür braucht es jetzt ein Vorprojekt, das alle offenen Fragen klärt. Auf dieser Grundlage können dann Entscheide gefällt werden.

Werkstatt Faire Zukunft: Peter Goop, Mario F. Broggi, Andi Götz

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