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Leserbrief

Gymnasium gegen Mobbing

Peter Mennel,Mitglied des Koordinationsteams des PSN am Gymnasium, Marianumstrasse 45, 9490 Vaduz | 26. September 2016

Schule und Mobbing

Zum Leserbrief «Schule und Mobbing – Viele blinde Flecken» vom 23. September im «Volksblatt»: Zum Herr Köck, der tragische Tod unserer Schülerin hat nachweislich nicht im Geringsten mit Mobbing zu tun. Dass Sie in Ihrem Leserbrief diesen Zusammenhang herstellen, ist verantwortungslos, pietätslos und eine Ohrfeige für die Mitschüler/-innen und die Eltern der Verstorbenen. Solche nicht fundierten Äusserungen in der Öffentlichkeit sind sehr verletzend für die Betroffenen und geben zu Spekulationen Anlass.
Zu Ihrer Frage, was am Gymnasium bezüglich Mobbing gemacht wird: Seit 2002 gibt es am LG ein System von Vertrauensschülern und -schülerinnen und Vertrauenslehrpersonen, das 2005 durch die Installation der Schulsozialarbeit – mit der eine gute Zusammenarbeit besteht – zu einem Pädagogisch-Sozialen Netz (PSN) erweitert wurde. Die Vertrauensschüler/-innen werden auf das Thema Mobbing sensibilisiert und in ihrer Arbeit mit den ersten Klassen begleitet. Für die Vertrauenslehrpersonen werden zweimal jährlich Fortbildungsseminare organisiert, unter anderem mit Mobbing-Experten aus Deutschland (Karl Gebauer) und Vorarlberg (Stefan Schäfer). In den wöchentlichen Sitzungen des PSN-Koordinationsteams werden auch regelmässig Fallbesprechungen mit der Schulsozialarbeiterin durchgeführt. In den ersten Klassen klären RUK-Lehrpersonen über Mobbing auf. In pädagogischen Konferenzen und in vielen Gesprächen und Interaktionen im Unterricht und Schulalltag wird von vielen Lehrpersonen präventiv und aktiv die Mobbingthematik behandelt.
Die Artikelüberschrift «Mobbing hat immer auch mit dem Opfer zu tun» («Volksblatt» vom 20. September) ist unglücklich gewählt und missverständlich. Sie gibt meinem Eindruck nach nicht die Intentionen und Aussagen der Interviewten wieder. In der Zusammenarbeit mit Frau Kuster war und ist uns allen klar, dass Mobbingarbeit vor allem auch bedeutet, mit den «Tätern/Täterinnen» an ihrer Verantwortung zu arbeiten. Dass in einer so grossen Schule nicht alle Mobbingdynamiken erkannt werden und in den Interventionen auch Fehler passieren, bedauern wir und wollen wir auch nicht abstreiten. Wir sind bereit, jederzeit klärende Gespräche zu führen und zu helfen, nicht gut gelöste Mobbingfälle aufzuarbeiten. Ohne ausreichende Kenntnis der Sachlage jedoch solche Zusammenhänge herzustellen, hilft niemandem.

Peter Mennel,
Mitglied des Koordinationsteams des PSN am Gymnasium,
Marianumstrasse 45, 9490 Vaduz

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